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OKT.
2026

#SBSerinnert: „Europa beginnt mit der eigenen Haltung“ – Siegfried Wittenburg zu Gast

Wie fühlt es sich an, in einem Land aufzuwachsen, in dem Freiheit keine Selbstverständlichkeit ist? Und was bedeutet es, heute Europäer zu sein? Mit diesen und vielen weiteren Fragen beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler der 13. Jahrgangsstufe der Singbergschule beim Besuch des Fotografen, Autors und Zeitzeugen Siegfried Wittenburg.

Zu Beginn begrüßte Fachbereichsleiter Dr. Matthias Zipp den Gast und die Schülerinnen und Schüler. Wittenburg nahm die Jugendlichen anschließend mit in seine persönliche Lebensgeschichte und berichtete eindrücklich über sein Aufwachsen und Leben in der DDR. Dabei ging es um den Alltag, gesellschaftliche und politische Rahmenbedingungen sowie um persönliche Erfahrungen mit Einschränkungen und fehlender Freiheit.

Besonders wertvoll war dabei die persönliche Perspektive des Zeitzeugen. Geschichte wurde nicht allein als Abfolge von Jahreszahlen und politischen Ereignissen vermittelt, sondern als etwas, das Menschen unmittelbar betrifft und deren Lebenswege prägt.

Von seinen Erfahrungen in der DDR schlug Wittenburg den Bogen in die Gegenwart. Als Europäer sprach er über die Bedeutung von Freiheit, Demokratie, Austausch und Zusammenhalt. Gerade für eine Generation, die die deutsche Teilung und die DDR nur aus Büchern kennt, wurde dabei deutlich, dass die Errungenschaften eines demokratischen und geeinten Europas nicht selbstverständlich sind.

Im anschließenden Austausch hatten die Schülerinnen und Schüler Gelegenheit, Fragen zu stellen und mit Wittenburg ins Gespräch zu kommen. Dabei wurde auch deutlich, dass demokratische Werte nicht allein durch Institutionen bewahrt werden, sondern vom Engagement jedes Einzelnen leben.

Verabschiedet wurde Siegfried Wittenburg von Katharina Pietsch, Beauftragte für den Bereich „Öffnung von Schule“. In ihren abschließenden Worten griff sie den Gedanken der Begegnung auf und ermutigte die Schülerinnen und Schüler, Haltung zu zeigen, Verantwortung zu übernehmen und sich für die Werte einer offenen und demokratischen Gesellschaft einzusetzen.

Die Begegnung mit Siegfried Wittenburg zeigte eindrucksvoll, wie wichtig es ist, Geschichte persönlich erfahrbar zu machen und den Blick zugleich auf die Gegenwart zu richten. Ein Zeitzeugengespräch, das nicht bei der Vergangenheit stehen blieb, sondern die Jugendlichen dazu aufforderte, über ihre eigene Rolle in Gesellschaft und Europa nachzudenken.

Die Schule bedankt sich bei der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung, die diese besondere Veranstaltung ermöglicht hat.