09
SEP.
2026

#SBSerinnert: Kulturelle historisch- politische Bildung: Preisgekrönte Theaterinszenierung „Stimmen“ in der Wetterauhalle

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Am 3. September 2026 gastierte die Theatergruppe „Kortmann und Konsorten“ mit ihrer Produktion „Stimmen – Anne, Sophie, Melita“ an der Singbergschule Wölfersheim. Die Aufführung fand im Rahmen eines Gastspiels während der dritten und vierten Unterrichtsstunde in der Wetterauhalle statt. Dass der Schülerschaft aus den achten bis zehnten Klassen diese hochkarätige Inszenierung präsentiert werden konnte, markiert einen besonderen Höhepunkt im Schuljahr: Das Stück wurde erst vor wenigen Monaten von der Stadt Frankfurt mit dem renommierten Kinder- und Jugendtheaterpreis „Karfunkel“ 2026 ausgezeichnet.

Die von Dr. Matthias Zipp und Katharina Pietsch organisierte Veranstaltung stand ganz im Zeichen des Mottos „Diktatur erinnern – Demokratie leben“. Im Zentrum der dichten Inszenierung standen daher die kontrastierenden Lebenswege dreier junger Frauen aus der Zeit des Nationalsozialismus: Anne Frank, Sophie Scholl und Melita Maschmann. Durch die Gegenüberstellung dieser unterschiedlichen Biografien gelang es dem Ensemble, die komplexen Mechanismen von Anpassung, Mitläufertum und aktivem Widerstand greifbar zu machen. Während die Perspektiven von Frank und Scholl die existenzielle Bedrohung und den moralischen Mut im Angesicht der Diktatur verdeutlichten, bot die Figur der Melita Maschmann einen analytischen Blick auf die psychologischen Facetten von Verführung und ideologischer Verblendung.

Die Veranstaltung zeichnete sich dadurch aus, dass sie den historischen Kontext präzise abbildete, ohne dabei den Bezug zur Gegenwart zu verlieren. Das Stück warf universelle Fragen nach persönlicher Verantwortung, Zivilcourage und ethischem Handeln auf, die weit über die geschichtliche Aufarbeitung hinausreichen. Damit bot die Aufführung eine wertvolle Ergänzung zum gesellschaftswissenschaftlichen Unterricht und regte die Schülerinnen und Schüler nachhaltig zur Reflexion über eigene Handlungsspielräume in einer demokratischen Gesellschaft an. Die hohe Aufmerksamkeit in der voll besetzten Wetterauhalle unterstrichen den Erfolg dieser kulturellen Bildungsmaßnahme.

Ein besonderer Dank gilt dem Ensemble von Kortmann und Konsorten rund um die Regisseurin Sarah Kortmann für die packende und sensible darstellerische Umsetzung vor Ort. Weiterer Dank gilt dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur, der Gemeinde Wölfersheim für die Unterstützung in der Wetterauhalle sowie allen weiteren Förderern. Durch deren großzügige finanzielle Unterstützung und institutionelle Förderung wurde die Durchführung dieses anspruchsvollen Projekts überhaupt erst ermöglicht. Die Aufführung wird im Nachgang in den jeweiligen Klassenverbänden intensiv nachbereitet. (PIK/ZIM)