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MAI
2026

#SBSerinnert: Ein lebendiger Blick auf die Anfänge der Demokratie

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#SBSerinnert: Ein lebendiger Blick auf die Anfänge der Demokratie

Anlässlich des fast 180jährigen Jubiläums der Revolution von 1848/49 setzte die Singbergschule ein eindrucksvolles Zeichen für politische Bildung und Erinnerungskultur. Ziel der Veranstaltung war es, einen Meilenstein der deutschen Demokratiegeschichte nicht nur in Erinnerung zu rufen, sondern ihn für junge Menschen greifbar zu machen.

Hierfür konnte die Schule den Schauspieler, Sprecher, Theaterautor und Histotainer Tino Leo gewinnen. Der Leiter der Schauspielschule Mainz präsentierte der Jahrgangsstufe 12 sein Ein-Personen-Stück „Einigkeit und Recht und Freiheit“. Begleitet wurde er von Ansgar Kemmann, Geschäftsführer des „Bürgervereins Demokratieort Paulskirche“, der die Theateraufführung ermöglichte und auch das Nachgespräch moderierte.

„Ich freue mich sehr, Sie heute hier in der evangelischen Kirche zu Wölfersheim begrüßen zu dürfen“, erklärte Dr. Matthias Zipp. „Mein besonderer Dank gilt Ihnen beiden sowie allen Unterstützerinnen und Unterstützern dieses Theaterstücks, das uns Geschichte auf eindrucksvolle und zugleich lebendige Weise näherbringt.“ Er betonte zudem, wie wertvoll kulturelle Veranstaltungen seien, die historische Ereignisse nicht nur erzählen, sondern für das Publikum emotional erlebbar machen. Ein besonderer Dank galt dem Bürgerverein Demokratieort Paulskirche, der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung und Pfarrer Lars Stephan, der die evangelische Kirche als Veranstaltungsort zur Verfügung stellte.

Katharina Pietsch, Beauftragte für den Bereich Öffnung von Schule, führte gekonnt durch das weitere Programm und leitete mit einem Zitat des Revolutionärs Robert Blum zur Aufführung über: „Es hätte nie etwas Großes gegeben, wenn jeder stets gedacht hätte: ‚Du änderst doch nichts!‘“. Damit spannte sie bereits zu Beginn den Bogen zwischen den demokratischen Bewegungen des 19. Jahrhunderts und der Verantwortung der heutigen Generation.

In seinem facettenreichen Theaterstück schlüpfte Tino Leo in insgesamt zehn verschiedene Rollen und nahm die Schülerinnen und Schüler mit auf eine eindrucksvolle Reise durch die Zeit des Vormärz und der Revolution von 1848/49. Zwischen Aufbruchsstimmung, Freiheitsdrang und politischen Rückschlägen begegneten die Jugendlichen historischen Persönlichkeiten wie Metternich, dem Preußenkönig, dem liberalen Politiker Itzstein, aber auch einfachen Bürgern, Handwerkern und Bauern. Dabei wurde deutlich, wie eng die damaligen Ereignisse mit den demokratischen Grundrechten verbunden sind, die heute selbstverständlich erscheinen. Parlamentarische Mitbestimmung, Pressefreiheit und Rechtsstaatlichkeit fanden in jener Zeit ihren entscheidenden Ursprung.

Im anschließenden Gespräch tauschten sich die Lernenden gemeinsam mit Tino Leo sowie Ansgar Kemmann intensiv über Geschichte, Demokratie und die Wirkung von Theater aus. Leo sprach dabei über seine persönliche Begeisterung für historische Stoffe und ermutigte die Jugendlichen, sich aktiv für demokratische Werte einzusetzen und diese zu bewahren.

Die Resonanz der Zuschauer fiel durchweg positiv aus. „Das Tin großes Theater!“, erklärte eine Schülerin begeistert. Andere beschrieben die Veranstaltung als „etwas ganz Neues, das den Vormärz noch einmal viel eindrucksvoller gemacht hat“. Auch der Veranstaltungsort hinterließ Eindruck: Die Atmosphäre in der evangelischen Kirche habe hervorragend zur historischen Bedeutung der Frankfurter Paulskirche gepasst, so Kemmann.

Zum Abschluss griff Katharina Pietsch die Worte Robert Blums erneut auf und zitierte: „Für Freiheit und Fortschritt gab ich alles hin“. Mit Blick auf die Schülerinnen und Schüler stellte sie abschließend die Frage, wie viel jede und jeder Einzelne heute bereit wäre, für Demokratie, Freiheit und gesellschaftlichen Fortschritt einzusetzen.

Das Resümee: Histotainment vom Allerfeinsten, das ganz sicher Lust auf mehr macht! (PIK/ZIM)

Tino Leo (l.), Ansgar Kemmann und Lehrende an der Singbergschule