#SBSerinnert: Spuren der Geschichte – Exkursion nach Buchenwald
Am 10. und 12. März 2026 setzten sich die Abschlussklassen 9H und 10R sowie die Klassen 10G der Singbergschule Wölfersheim im Rahmen einer Exkursion intensiv mit der Geschichte des Nationalsozialismus auseinander. Ziel der Fahrt zur Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar war es, das im Unterricht vorbereitete Wissen durch die unmittelbare Begegnung mit dem historischen Ort zu vertiefen und ein nachhaltiges Bewusstsein für die dort begangenen Verbrechen zu entwickeln. Begleitet wurden die Schülerinnen und Schüler von Suzan Cardona, Lisa Becke, Jana Heimgärtner, Dörthe Kammel, Marvin Klähn, Lisa Stamminger, Katharina Pietsch und Delila Huseinovic.
Nach der Ankunft auf dem Ettersberg begann der Besuch im ehemaligen SS-Bereich des Konzentrationslagers. Die begleitenden Lehrkräfte, die für Gedenkstättenarbeit fortgebildet sind, führten in die Entstehung und Funktion des Lagers ein, das zwischen 1937 und 1945 bestand. In diesen Jahren waren zehntausende Menschen dort inhaftiert und wurden Opfer von Gewalt, Ausbeutung und Mord.
Im weiteren Verlauf erkundeten die Schülerinnen und Schüler das weitläufige Gelände. Der Rundgang führte vom ehemaligen Bahnhof über den sogenannten Carachoweg bis zur Lagerkommandantur und zum Lagertor mit der Inschrift „Jedem das Seine“. Anhand ausgewählter Quellen, Biografien und historischer Darstellungen erläuterten die Lehrkräfte die ideologischen Hintergründe dieser zynischen Parole und machten deutlich, wie systematisch die Entmenschlichung der Häftlinge betrieben wurde.
Einen besonders nachhaltigen Eindruck hinterließen die Überreste und markierten Standorte der früheren Lagerbaracken, des Kinderblocks, der Fleckfieberversuchsstation sowie des Krematoriums. Diese Orte verdeutlichten auf bedrückende Weise das Ausmaß der nationalsozialistischen Verbrechen und ließen das Leid der Opfer greifbar werden.
Im Anschluss besuchten die Lerngruppen die Dauerausstellung im Hauptgebäude der Gedenkstätte. Originaldokumente, persönliche Gegenstände von Häftlingen sowie Fotografien und Berichte vertieften die zuvor gewonnenen Eindrücke und ermöglichten eine weitergehende Auseinandersetzung mit individuellen Schicksalen.
Den Abschluss des Besuchs bildete eine gemeinsame Reflexionsphase an der Gedenkplatte. Mit einer stillen Blumenniederlegung gedachten die Schülerinnen und Schüler der Opfer des Konzentrationslagers. Die Verlesung zentraler Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte stellte bewusst eine Verbindung zwischen den historischen Ereignissen und den heutigen demokratischen Werten her.
Viele Schülerinnen und Schüler äußerten anschließend ihre Gedanken und Eindrücke. Einige ihrer Kommentare zeigen, wie sehr der Besuch sie bewegt hat:
„Es ist etwas ganz anderes, im Geschichtsunterricht darüber zu hören, als wirklich dort zu stehen.“
„Mich hat besonders erschreckt, wie systematisch die Menschen dort behandelt wurden.“
„Der Besuch hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, sich an die Geschichte zu erinnern.“
„Ich fand es sehr traurig zu sehen, unter welchen Bedingungen die Menschen leben mussten.“
„Man versteht erst vor Ort richtig, was damals passiert ist.“
Die Singbergschule Wölfersheim bedankt sich bei der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung sowie beim Wetteraukreis für die finanzielle Unterstützung dieser wichtigen Bildungsfahrt im Zeichen der Erinnerung, Demokratie und Toleranz. (PIK/ZIM)


