Besuch des Dialogmuseums
Am 22.01.2026 besuchte der E-Phasen Deutschkurs von Frau Wojnicka in Begleitung von Frau Kreyling das Dialogmuseum in Frankfurt. Ausgangspunkt unseres Besuchs war die zu Beginn der Unterrichtseinheit Kommunikation geäußerte Annahme, dass gelingende Kommunikation in erster Linie auf dem Sehen beruhe. Um diese Vorstellung zu hinterfragen, nahmen wir an einer besonderen Führung teil.
Im Dialogmuseum nahmen wir an einer Führung in vollständig abgedunkelten Räumen teil, die von blinden oder sehbehinderten Guides begleitet wurde. Die fehlende visuelle Orientierung führte zunächst bei vielen von uns zu Unsicherheit. Gewohnte Strategien der Wahrnehmung waren nicht mehr verfügbar, sodass ein Umdenken erforderlich wurde.
Im Verlauf des Rundgangs verlagerte sich der Fokus zunehmend auf andere Formen der Wahrnehmung. Sprache, Geräusche, Berührungen und Vertrauen gewannen an Bedeutung. Gleichzeitig eröffnete die Erfahrung einen Einblick in die Herausforderungen, mit denen blinde Menschen im Alltag konfrontiert sind, und förderte ein vertieftes Verständnis für deren Lebensrealität.
Der Besuch machte deutlich, dass Kommunikation nicht zwangsläufig an visuelle Wahrnehmung gebunden ist. Vielmehr wurde erfahrbar, wie vielfältig und komplex kommunikative Prozesse sind und wie stark sie von Aufmerksamkeit, Zuhören und gegenseitigem Vertrauen geprägt werden.

