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NOV.
2025

Eine kalte Lange Nacht der Mathematik

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November 2025, minus 10 °C, Bodenfrost, ganz Hessen ist erstarrt. Ganz Hessen? Nein! Im mittelhessischen Wölfersheim trafen sich 33 Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen in der Singbergschule, um an der von Wettbewerbsbetreuer Thomas Wilhelm Schwarzer organisierten Langen Nacht der Mathematik teilzunehmen.

An einem Freitagabend um 18 Uhr eröffnete Dr. Jan Hofmann als MINT-Fachbereichsleiter die Veranstaltung, an der die Singbergschule zum zweiten Mal teilnahm. Mit dabei waren Schüler der Klassen 5G1 und 5G4 mit den betreuenden Lehrkräften Julia Hofmann und Séverine Boucley, der 8G3 mit Benjamin Parr sowie der 9G2, 10G3 und der 11. bzw. 12. Klasse, betreut von Thomas Wilhelm Schwarzer.

Sie alle traten zum Wettstreit mit 550 anderen Schulen aus ganz Deutschland in dem aus Schleswig-Holstein stammenden Wettbewerb „Die Lange Nacht der Mathematik“ an.

Der Beginn der 1. Runde, in der jeder Jahrgang gemeinsam 10 knifflige Aufgaben bearbeiten musste, war wie im Vorjahr holprig, da Homepage und Forum des Wettbewerbsveranstalters dem Ansturm der Teilnehmer erst einmal nicht gewachsen waren.

Gestärkt durch Familienpizzen und umfangreiche Naschsachen konnten die Teams der Jahrgänge 9 bis 12 bereits bis 22:05 Uhr bzw. 22:55 Uhr alle 10 Aufgaben der 1. Runde richtig beantworten und gelangten dadurch in die 2. Runde, in der ebenfalls 10 äußerst anspruchsvolle mathematische Probleme in Angriff genommen werden mussten.

Bis zum obligatorischen Gruppenfoto um Mitternacht war der Stand, dass die 5er und 8er jeweils 8 Aufgaben der 1. Runde und die älteren Jahrgänge bis zu 7 Aufgaben der 2. Runde lösen konnten. Unterstützt wurden sie hierbei nicht nur von Fachbereichsleiterin Christine Weckler und Rektor Thomas Küchenmeister als Schulleitungsmitglieder, sondern auch von fünf ehemaligen Schülerinnen und einem Schüler, die allesamt bei Wettbewerbsbetreuer Thomas Wilhelm Schwarzer ihr Mathematik-Abitur abgelegt hatten.

Nach intensivem, fast schon verzweifeltem Nachdenken gelang es um 1:15 Uhr mitteleuropäischer Winterzeit auch den 5ern, ihre letzte Aufgabe der 1. Runde korrekt zu beantworten und in die 2. Runde aufzusteigen, gefolgt von den lange in den vier Futoshiki feststeckenden 8ern um 2:20 Uhr. Leider lichteten sich zu dieser Zeit die Reihen geringfügig, da vier der älteren Schüler schon erschöpft nach Hause gingen, während alle 8er und fast alle 5er die schulischen Schlafräume aufsuchten – bis auf zwei hartgesottene Fünftklässlerinnen, die beharrlich und erfolgreich ohne Unterlass weiter an den sehr schweren Aufgaben der 2. Runde arbeiteten.

Die gute Teamarbeit machte sich schließlich bezahlt. Sämtliche Jahrgänge konnten alle 10 Aufgaben der 2. Runde richtig lösen und gelangten dadurch in die 3. Runde, wenn auch zeitlich sehr versetzt: Die 9-11 als erste um 4:00 Uhr, dicht gefolgt von der restlichen Oberstufe um 4:30 Uhr und um einiges später von den frisch aus dem Schlaf erwachten 8ern bzw. 5ern um 6:30 Uhr bzw. 7:50 Uhr, kurz vor dem Wettbewerbsende. Eine beindruckende Leistung, wenn man bedenkt, dass nur ein Viertel der mehr als 7.000 Gruppen aus ganz Deutschland diese Endrunde erreichen konnte!

In der abschließenden 3. Runde durfte der Jahrgang aber nicht mehr kooperieren, sondern jedes Team (bestehend aus maximal 4 Personen) musste für sich arbeiten, sofern es nicht vor Müdigkeit lieber vor sich hindöste. Fast alle Gruppen der Singbergschule schlugen sich hierbei so gut, dass sie deutschlandweit unter die besten 8% ihrer Jahrgangsstufe gelangten.

Am Samstagmorgen um 8 Uhr – nach 14 mehr als arbeitsreichen Stunden – ging die Lange Nacht der Mathematik zu Ende. Die verbliebenen 29 Teilnehmer konnten in der tief gefrorenen Landschaft vollkommen übermüdet, aber auch überglücklich ihren Weg nach Hause antreten bzw. von ihren Eltern in die Arme geschlossen werden. Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie Ehemalige waren sich einig, dass diese Veranstaltung an der Singbergschule ein unvergessliches Erlebnis war und sie freuen sich schon sehr auf die nächste Lange Nacht im kommenden Jahr.