#SBSerinnert: Spurensuche in Buchenwald – Eine Reise gegen das Vergessen
Am 11. und 13. März 2025 unternahmen die Abschlussklassen 9H und 10R sowie die Klassen 10G der Singbergschule Wölfersheim eine Exkursion zur Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar. Ziel der Fahrt war es, nach einer intensiven Vorbesprechung im Unterricht die historischen Ereignisse dieses Ortes besser zu verstehen und ein Bewusstsein für die im Nationalsozialismus begangenen Verbrechen zu entwickeln.
Nach einer mehrstündigen Anreise erreichten die Lerngruppen gemeinsam mit ihren Lehrkräften die Gedenkstätte auf dem Ettersberg. Dort begann der Besuch mit einer Besichtigung des ehemaligen SS-Bereichs. Die fachlich fortgebildeten Lehrkräfte gaben eine Einführung in die Geschichte des Konzentrationslagers, das zwischen 1937 und 1945 existierte. In diesem Zeitraum wurden zehntausende Menschen inhaftiert, gefoltert und ermordet.
Die anschließende geführte Besichtigung des Geländes begann am Bahnhof und führte über den „Carachoweg“ zur Lagerkommandantur und zum Lagertor mit der berüchtigten Inschrift „Jedem das Seine“. Die Lehrkräfte erklärten die Bedeutung dieser zynischen Botschaft und vertieften das Wissen der Schülerinnen und Schüler anhand historischer Dokumente, Fotografien, Zeichnungen und Biografien von Häftlingen. Dabei wurde deutlich, unter welch unmenschlichen Bedingungen die Inhaftierten leben mussten.
Besonders bewegend war die Besichtigung der angedeuteten Lagerbaracken des Kinderblocks, der Fleckfieberversuchsstation und des Krematoriums. Diese Orte machten das Ausmaß der nationalsozialistischen Verbrechen auf erschütternde Weise greifbar. „Es ist unfassbar, dass so etwas Schreckliches wirklich passiert ist“, bemerkte ein Schüler nachdenklich.
Anschließend begaben sich die Gruppen über das ehemalige Appellplatzgelände zur Ausstellung im Hauptgebäude. Dort vertieften zahlreiche Dokumente, persönliche Gegenstände der Häftlinge und erschütternde Fotografien die zuvor gewonnenen Eindrücke.
Am Nachmittag versammelten sich die Teilnehmenden zu einer abschließenden Reflexionsrunde an der Gedenkplatte und legten Blumen für die Opfer nieder. Der Besuch des Denkmals sowie die Verlesung der im Grundgesetz verankerten Rechte für alle Menschen schufen eine Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Viele empfanden die Exkursion als tiefgreifende, emotionale Erfahrung, die das Bewusstsein für Geschichte, aber auch für Menschlichkeit in unserer Gesellschaft nachhaltig prägte.
Die Fahrt zur Gedenkstätte Buchenwald vermittelte nicht nur historische Kenntnisse, sondern stärkte auch das Verantwortungsgefühl gegenüber der Vergangenheit und der Zukunft. Durch weiterführende Gespräche im Unterricht soll nun das Erlebte reflektiert und vertieft werden.
Die Singbergschule bedankt sich bei der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung und dem Wetteraukreis für die finanzielle Unterstützung dieser wichtigen Bildungsreise gegen das Vergessen – für Demokratie und Toleranz. (PIK/ZIM)