Schülerinnen und Schüler, die den Gymnasialzweig der Singbergschule besuchen, haben die Möglichkeit, Latein als 2. Fremdsprache ab Jahrgangsstufe 7 oder als 3. Fremdsprache ab Jahrgangsstufe 9 zu lernen.

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Warum sollte Latein auch heute noch gelernt werden?

Latein ist die Mutter der romanischen Sprachen wie zum Beispiel Italienisch, Französisch und Spanisch, die aus dem Lateineinischen entstanden sind. Wer Latein kann, hat einen Vorteil beim Erlernen weiterer Fremdsprachen, da er sich beispielsweise neuen Wortschatz herleiten kann.

Latein lebt im Deutschen. Nicht nur in gängigen Fremdwörtern wie beispielsweise Abitur oder Globalisierung steckt ein lateinischer Kern, er verbirgt sich auch in vielen weiteren deutschen Wörtern, die auf den ersten Blick vermeintlich ‚typisch Deutsch‘ erscheinen, zum Beispiel Keller (von lat. cella) oder Kessel (von lat. catillus). Durch das Übersetzen von lateinischen Texten ins Deutsche wird das lexikalische und grammatikalische Verständnis der Schülerinnen und Schüler für die deutsche Sprache geschult. Wer Latein kann, kann sich also nicht nur Fremdwörter herleiten, sondern hat gleichzeitig auch ein besseres Verständnis für die deutsche Grammatik, was für alle anderen Unterrichtsfächer von Vorteil ist.

Unzählige Ideen und Konzepte unseres europäischen Kulturkreises gehen auf die Antike zurück: Sei es unsere Demokratie, die ihren Ursprung im antiken Griechenland hat, die Texte antiker Autoren, die Einzug in die Weltliteratur gefunden haben, die Gedanken antiker Philosophen, die im Alltag ihre Anwendung finden können oder die Fußbodenheizung, die bereits in Thermen im alten Rom betrieben wurde … Es lassen sich unzählige Anknüpfungspunkte finden. Wer sich mit antiker Kultur beschäftigt, lernt die Ursprünge der eigenen, europäischen Kultur kennen.

Wie wird Latein an der Singbergschule unterrichtet?

Latein ist kein eingestaubtes Fach! Nach dieser Devise versuchen wir unseren Unterricht zu gestalten. Im Mittelpunkt der Lateinstunden steht die Arbeit mit lateinischen Texten, zunächst mit Lehrbuchtexten, ab Jahrgangsstufe 10 zunehmend mit authentischen Texten aus unterschiedlichen Bereichen wie Philosophie, Rhetorik oder Lyrik. Die Texte werden ins Deutsche übersetzt, gleichzeitig werden neuer Wortschatz und neue Grammatik erlernt. Zusätzlich werden die Texte inhaltlich bearbeitet und Anknüpfungspunkte zum Schüleralltag aufgezeigt.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Vokabelarbeit: Im Lateinunterricht lernen die Schülerinnen und Schüler verschiedenen Mnemotechniken und Methoden kennen, um sich neuen Wortschatz besser anzueignen und zu merken.

Wir verwenden wir ein modernes Lehrwerk, das mit vielen Zusatzmaterialien und Möglichkeiten zur Differenzierung bietet, damit die Schülerinnen und Schüler auf ihrem Niveau arbeiten können.

Auch eine Fahrt gibt es: So fahren alle Lateinschülerinnen und -schüler in der 9. Klasse für mehrere Tage nach Trier, um dort auf den Spuren der Römer zu wandeln.

Nach fünf Jahren (bei Latein als 2. Fremdsprache nach der Jgst. 11 und bei Latein als 3. Fremdsprache nach Jgst. 13) erhalten die Schülerinnen und Schüler ihr Latinum, wenn sie das Schuljahr mit 5 Punkten (Note 4) abschließen. Dieses ist an einigen Universitäten weiterhin Zulassungsvoraussetzung für zahlreiche Studiengänge wie Theologie, Archäologie oder Anglistik.

Wenn Sie überlegen, ob Latein das richtige Fach für Ihr Kind ist und Beratung wünschen, wenden Sie sich gerne an die Fachschaft Latein, Ansprechpartner: Ch. Seyfert (Fachsprecher).

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