{"id":9564143,"date":"2023-10-08T18:33:37","date_gmt":"2023-10-08T16:33:37","guid":{"rendered":"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/?p=9564143"},"modified":"2023-10-08T18:34:42","modified_gmt":"2023-10-08T16:34:42","slug":"powi-tg-auf-studienfahrt-in-prag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/?p=9564143","title":{"rendered":"PoWi-TG auf Studienfahrt in Prag"},"content":{"rendered":"<h2><strong><span style=\"color: #800000;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-9564157 size-medium\" src=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/Studienfahrt-Prag0007-300x400.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/Studienfahrt-Prag0007-300x400.jpg 300w, https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/Studienfahrt-Prag0007-768x1024.jpg 768w, https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/Studienfahrt-Prag0007.jpg 907w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Ein gemeinsamer R\u00fcckblick<\/span> <\/strong><\/h2>\n<p>Vom 11.09. bis 15.09.2023 fanden die Studienfahrten der Q3 der Singbergschule statt. F\u00fcr das PoWi-Tutorium sowie drei Sch\u00fclerinnen der Bio-TG von Frau Gilbert ging es in Begleitung von Herrn Dr. Zipp (Tutor) und Frau A. M\u00fcller in die \u201eGoldene Stadt\u201c nach Prag.<\/p>\n<p>Die Reise begann am Montagmorgen gegen 8:15 Uhr am Friedberger Bahnhof. Insgesamt betrug die Fahrzeit knapp 9 Stunden. Erste Hindernisse galt es zu \u00fcberwinden, als unsere Pl\u00e4tze im ICE von Frankfurt nach Regensburg trotz ordnungsgem\u00e4\u00dfer Sitzplatzreservierung schon alle besetzt waren. Schnell merkten wir, wie unkooperativ und unfreundlich manche Menschen doch sein k\u00f6nnen, machten sie doch erst nach mehrmaliger Aufforderung und Hinzuziehung des \u00fcberaus \u201ekompetenten\u201c Bahnpersonals widerwillig f\u00fcr uns und unser \u00fcppiges Reisegep\u00e4ck Platz. Von Regensburg sollte es dann eigentlich direkt nach Prag gehen, doch weit gefehlt: Es dauerte nur wenige Augenblicke, bis eine Bahndurchsage gemacht wurde, dass unser Zug leider in Schwandorf ende und wir dort noch einmal umsteigen m\u00fcssten. Also stiegen wir noch einmal um, in eine tschechische Bummelbahn, die zu unserem Leidwesen nicht klimatisiert war. Folglich war es bei Au\u00dfentemperaturen um die 30 Grad \u00e4u\u00dferst warm und stickig darin und wir hatten auch keine reservierten Sitzpl\u00e4tze mehr, sodass wir uns im Zug auf mehrere Abteile verteilen mussten. Nach einer wahren Odyssee endlich in Tschechiens Hauptstadt angekommen, machten wir uns auf den Weg zu unserer Unterkunft. Das Hotel \u201eMeetMe23\u201c war \u2013 zur Freude aller \u2013 sehr modern gehalten und hatte keine Hochbetten. Zudem zeichnete es sich durch seine hervorragende Lage aus, war es doch nur f\u00fcnf Gehminuten von einer langen Einkaufsstra\u00dfe in der N\u00e4he des Wenzelsplatzes entfernt. Sehr lustig war auch, dass das Hotel ein Maskottchen hatte, einen blauen Mann, der auch im Aufzug stand, was bei jedem Betreten wieder urkomisch war. Frau M\u00fcller und Herr Zipp bekamen davon allerdings nichts mit, da die beiden die Einzigen waren, die es vorzogen, die Treppe zu nehmen, um in den vierten beziehungsweise f\u00fcnften Stock zu gelangen. Warum auch immer?! Den ersten Abend lie\u00dfen wir mit einem gemeinsamen Abendessen in einem gem\u00fctlichen Restaurant ausklingen. Wer wollte, nutzte im Anschluss die Gelegenheit, die h\u00fcbsche Stadt bis Mitternacht auf eigene Faust zu erkunden. Andere waren so m\u00fcde, dass sie schlafen gingen und sich noch einmal den Wecker stellen mussten, um den allabendlichen Appell in der Hotellobby nicht zu verschlafen.<\/p>\n<p>Am zweiten Tag unserer Studienfahrt stand eine dreist\u00fcndige<strong> historische Stadtf\u00fchrung<\/strong>, eine <strong>Schifffahrt auf der Moldau<\/strong> und eine <strong>Brauereibesichtigung<\/strong> mit Bierprobe in der Traditionsbrauerei U Flek\u016f auf dem Programm. Zu unserer \u00dcberraschung stellte sich unsere Stadtf\u00fchrerin als eine waschechte Baronin heraus. Die adelige Dame war leider sehr klein und sprach meist sehr leise. Zudem verschwand sie ab und zu f\u00fcr kurze Zeit ohne erkennbaren Grund. Als sie dann aber f\u00fcr einen l\u00e4ngeren Zeitraum verschwunden war, lie\u00df eine Sch\u00fclerin von uns recht panisch verlautbaren: \u201eWir haben unseren F\u00fchrer verloren\u201c, was in diesem Moment vermutlich nicht die richtige Wortwahl war und vielleicht auch den ein oder anderen Passanten irritierte. Im Anschluss an die sachkundige, jedoch etwas zu detailverliebte Stadtf\u00fchrung hatten wir Freizeit. Einige von uns nutzten die Zeit, etwas zu essen, andere gingen shoppen, machten Fotos oder genossen einfach nur das sch\u00f6ne Wetter am Flussufer der Moldau. Mittags konnten wir uns dann viele Sehensw\u00fcrdigkeiten noch einmal vom Wasser aus anschauen. Dabei passierten wir auch einige der bekannten Br\u00fccken Prags, etwa die Karlsbr\u00fccke. Dass eine Seefahrt nicht immer lustig ist, mussten gleich zwei Mitstreiterinnen feststellen, die schon nach wenigen Minuten seekrank wurden. Zuletzt machten wir uns zu Fu\u00df auf den Weg zur Brauerei, wo wir schon von unserem n\u00e4chsten Guide erwartet wurden. Im Kellerraum der Brauerei schauten wir uns einen lehrreichen Film \u00fcber die Geschichte der Brauerei an, w\u00e4hrenddessen ein Glas leckeres dunkles Bier ausgeschenkt wurde, welches wir probieren durften. Im Anschluss besichtigten wir noch die Sudkessel und erfuhren dabei interessante Einzelheiten die Kunst des Bierbrauens betreffend. Auch der zweite Abend wurde wieder f\u00fcr freizeitliche Aktivit\u00e4ten in Kleingruppen genutzt. P\u00fcnktlich um 0 Uhr waren wir wieder alle im Hotel. Dies klappte auch in den folgenden Tagen erstaunlich gut. Ein Sch\u00fcler aus unserer Gruppe kam allerdings regelm\u00e4\u00dfig zu sp\u00e4t zum Fr\u00fchst\u00fcck sowie den obligatorischen Briefings in der Hotellobby. Einmal versp\u00e4tete er sich sogar deutlich; mit der Begr\u00fcndung, er habe sich doch noch die Haare f\u00f6hnen m\u00fcssen, woraufhin alle nur noch schmunzeln konnten und der \u00c4rger ob des langen Wartens schnell verflogen war.<\/p>\n<p>Am Mittwoch ging es f\u00fcr uns mit dem Bus in das etwa eine Fahrstunde entfernte <strong>Terez\u00edn<\/strong> \u2013 in die <strong>Gedenkst\u00e4tte Theresienstadt<\/strong>. Theresienstadt (Terez\u00edn) wurde ab 1780 unter Kaiser Joseph II. als Festungsstadt errichtet und nach dessen Mutter Maria Theresia benannt. Von 1941 bis 1945 wurde Theresienstadt als Konzentrationslager genutzt. Die eigentliche Stadt wurde zum Ghetto f\u00fcr Juden aus dem Protektorat B\u00f6hmen und M\u00e4hren, w\u00e4hrend die Kleine Festung von der Gestapo als Gef\u00e4ngnis genutzt wurde. Ihre unr\u00fchmliche Ber\u00fchmtheit erlangte Theresienstadt aufgrund des Ghettos, welches im nationalsozialistischen Vernichtungssystem eine Ausnahmestellung einnahm. Es war \u201eVorzeigeobjekt&#8220; eines Sammel- und Durchgangslagers und als \u201eAltersghetto&#8220; gedacht. Im Ghetto gab es eine j\u00fcdische Selbstverwaltung und es fanden kulturelle Veranstaltungen statt. Die Nationalsozialisten gaukelten der nationalen und internationalen \u00d6ffentlichkeit vor, dass die Menschen in Theresienstadt ein ganz normales Leben f\u00fchrten. Ein Zeugnis daf\u00fcr ist der 1944 entstandene NS-Propagandafilm \u201eTheresienstadt\u201c (auch bekannt unter \u201eDer F\u00fchrer schenkt den Juden eine Stadt\u201c), den wir uns in Ausz\u00fcgen ansahen. Trotz der bedr\u00fcckenden Atmosph\u00e4re vor Ort war der Besuch der Gedenkst\u00e4tte sehr interessant. Wir erfuhren, wo die Menschen \u201egelebt\u201c haben, wie sie behandelt wurden und sahen auch, wo sie kaltbl\u00fctig ermordet wurden. Sehr pr\u00e4gend war ein 500 Meter langer dunkler Tunnel in der Kleinen Festung, in dem sich w\u00e4hrend des Ersten Weltkriegs die Soldaten verstecken konnten. Auch w\u00e4hrend der Naziherrschaft wurde die labyrinthische Tunnelanlage genutzt. Sp\u00e4ter fuhren wir ein paar Kilometer weiter in das Ghetto Theresienstadt und besuchten dort das Ghettomuseum. Unz\u00e4hlige Exponate beleuchten das Leben im Ghetto \u2013 darunter pers\u00f6nliche Notizen, Gedichte, Zeichnungen, Bilder und Kompositionen der Ghettobewohner. Zur\u00fcck im Hotel reflektierten wir den Besuch in Theresienstadt und sprachen \u00fcber unsere Eindr\u00fccke und Gef\u00fchle.<\/p>\n<p>Am Donnerstag, unserem letzten richtigen Tag, besichtigten wir zun\u00e4chst die <strong>Prager Burg<\/strong>. Unser Guide war zugegebenerma\u00dfen etwas seltsam. Er sprach komisch und gab seltsame Kommentare von sich. So hat er beispielsweise nicht \u201eHerr Zipp\u201c gesagt, sondern unseren Tutor mit \u201eHerr Matthias\u201c angesprochen. Zudem irritierte uns sein \u00e4u\u00dferes Erscheinungsbild doch ein wenig, denn sein T-Shirt bedeckte nicht seinen ganzen Bauch, sodass man recht viel von seinem Oberk\u00f6rper sehen konnte. Unsere Lehrer meinten, wenn Frauen bauchfrei tragen d\u00fcrften, m\u00fcsse das doch eigentlich auch f\u00fcr M\u00e4nner gelten. Schnell waren wir uns einig, dass wir uns hier uneinig sind. Die F\u00fchrung war phasenweise doch sehr langweilig. Da es Frau M\u00fcller und Herr Zipp \u00e4hnlich sahen, spielten sie sogar mit dem Gedanken, dem Guide noch ein paar Tipps zur didaktisch-methodischen Gestaltung einer zieldifferenten F\u00fchrung durch die Burganlage zu geben. Daraus wurde allerdings nichts, da unser Guide pl\u00f6tzlich verschwunden war. Zwischendurch hatten wir drei\u00dfig Minuten Pause. Eigentlich sollten es nur 5 Minuten werden, doch unser Burgf\u00fchrer hatte offenkundig Probleme, die Uhr zu lesen. Und auch am Ende der F\u00fchrung mussten wir noch einmal schmunzeln. Unser Guide verabschiedete sich mit den Worten, er sei heute in Zeit und Ort gereist, eine \u00c4u\u00dferung, die uns doch etwas verwirrte. Nach zweieinhalb Stunden Freizeit trafen wir uns im <strong>Franz-Kafka-Museum<\/strong> wieder. Direkt vor dem Museum, das sich dem Leben und Werk des in Prag geborenen deutschsprachigen Schriftstellers Franz Kafka widmet, steht ein Kunstwerk des tschechischen Skandalk\u00fcnstlers David Cerny. Unter dem Namen \u201episs\u201c befinden sich hier zwei m\u00e4nnliche Statuen, die in ein Wasserbecken mit der Form Tschechiens pinkeln. Unsere Museumsf\u00fchrerin, eine nette Dame, begr\u00fc\u00dfte uns herzlich und sagte im n\u00e4chsten Atemzug \u201eKommt Kinder, wir schauen uns die pinkelnden M\u00e4nner an\u201c, was zu gro\u00dfem Gel\u00e4chter f\u00fchrte. Auch nach dieser durchaus kurzweiligen F\u00fchrung hatten wir Freizeit. Abends trafen wir uns dann zu einem <strong>gemeinsamen Abschluss <\/strong>in einem typisch tschechischen Restaurant. Die Getr\u00e4nkerechnung \u00fcbernahm unser Tutor, wof\u00fcr wir ihm sehr dankbar sind. Mit diesem sch\u00f6nen Abend, mit vielen angenehmen Unterhaltungen und viel gemeinsamem Lachen, lie\u00dfen wir unsere Studienfahrt ausklingen und die Tage in der \u201eGoldenen Stadt\u201c mit Frau M\u00fcller und Herrn Zipp Revue passieren. Denn am Freitag stand schon wieder die R\u00fcckfahrt nach Friedberg an. Leider gestaltete sich auch diese etwas chaotisch. Nichtsdestotrotz kamen wir am Ende des Tages, wenn auch sichtlich ersch\u00f6pft und erk\u00e4ltet, in Friedberg an.<\/p>\n<p>In der R\u00fcckschau nannten viele von uns die Schifffahrt auf der Moldau, die Brauereibesichtigung und den gemeinsamen Abschlussabend ihr pers\u00f6nliches Highlight. Auch der Ausflug nach Theresienstadt wurde als sehr gewinnbringend angesehen. Zusammenfassend l\u00e4sst sich sagen, dass es eine sehr sch\u00f6ne Studienfahrt gewesen ist, auf der man viele Eindr\u00fccke sammeln und viel erleben konnte, so dass sie allen sicherlich lange in guter Erinnerung bleiben wird.<\/p>\n<p><em>Tabea Kreutschmann (Q3ZIM) auf Grundlage eines gemeinsamen R\u00fcckblicks auf die Fahrt.<\/em><\/p>\n<div class=\"gdl-gallery-image shortcode\"><a data-rel=\"fancybox\" data-fancybox-group=\"gal0\" href=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/ABi0000.jpg\" title=\"\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/ABi0000-520x340.jpg\" alt=\"\" \/><\/a><a data-rel=\"fancybox\" data-fancybox-group=\"gal0\" href=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/ABi0005.jpg\"  title=\"\"><\/a><a data-rel=\"fancybox\" data-fancybox-group=\"gal0\" href=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/ABi0001.jpg\"  title=\"\"><\/a><a data-rel=\"fancybox\" data-fancybox-group=\"gal0\" href=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/ABi0002.jpg\"  title=\"\"><\/a><a data-rel=\"fancybox\" data-fancybox-group=\"gal0\" href=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/ABi0003.jpg\"  title=\"\"><\/a><a data-rel=\"fancybox\" data-fancybox-group=\"gal0\" href=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/ABi0004.jpg\"  title=\"\"><\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein gemeinsamer R\u00fcckblick Vom 11.09. bis 15.09.2023 fanden die Studienfahrten der Q3 der Singbergschule statt. 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Am zweiten Tag unserer Studienfahrt stand eine dreist\u00fcndige historische Stadtf\u00fchrung, eine Schifffahrt auf der Moldau und eine Brauereibesichtigung mit Bierprobe in der Traditionsbrauerei U Flek\u016f auf dem Programm. Zu unserer \u00dcberraschung stellte sich unsere Stadtf\u00fchrerin als eine waschechte Baronin heraus. Die adelige Dame war leider sehr klein und sprach meist sehr leise. Zudem verschwand sie ab und zu f\u00fcr kurze Zeit ohne erkennbaren Grund. Als sie dann aber f\u00fcr einen l\u00e4ngeren Zeitraum verschwunden war, lie\u00df eine Sch\u00fclerin von uns recht panisch verlautbaren: \u201eWir haben unseren F\u00fchrer verloren\u201c, was in diesem Moment vermutlich nicht die richtige Wortwahl war und vielleicht auch den ein oder anderen Passanten irritierte. Im Anschluss an die sachkundige, jedoch etwas zu detailverliebte Stadtf\u00fchrung hatten wir Freizeit. 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Auch der zweite Abend wurde wieder f\u00fcr freizeitliche Aktivit\u00e4ten in Kleingruppen genutzt. P\u00fcnktlich um 0 Uhr waren wir wieder alle im Hotel. Dies klappte auch in den folgenden Tagen erstaunlich gut. Ein Sch\u00fcler aus unserer Gruppe kam allerdings regelm\u00e4\u00dfig zu sp\u00e4t zum Fr\u00fchst\u00fcck sowie den obligatorischen Briefings in der Hotellobby. Einmal versp\u00e4tete er sich sogar deutlich; mit der Begr\u00fcndung, er habe sich doch noch die Haare f\u00f6hnen m\u00fcssen, woraufhin alle nur noch schmunzeln konnten und der \u00c4rger ob des langen Wartens schnell verflogen war. Am Mittwoch ging es f\u00fcr uns mit dem Bus in das etwa eine Fahrstunde entfernte Terez\u00edn \u2013 in die Gedenkst\u00e4tte Theresienstadt. Theresienstadt (Terez\u00edn) wurde ab 1780 unter Kaiser Joseph II. als Festungsstadt errichtet und nach dessen Mutter Maria Theresia benannt. Von 1941 bis 1945 wurde Theresienstadt als Konzentrationslager genutzt. Die eigentliche Stadt wurde zum Ghetto f\u00fcr Juden aus dem Protektorat B\u00f6hmen und M\u00e4hren, w\u00e4hrend die Kleine Festung von der Gestapo als Gef\u00e4ngnis genutzt wurde. Ihre unr\u00fchmliche Ber\u00fchmtheit erlangte Theresienstadt aufgrund des Ghettos, welches im nationalsozialistischen Vernichtungssystem eine Ausnahmestellung einnahm. Es war \u201eVorzeigeobjekt&#8220; eines Sammel- und Durchgangslagers und als \u201eAltersghetto&#8220; gedacht. Im Ghetto gab es eine j\u00fcdische Selbstverwaltung und es fanden kulturelle Veranstaltungen statt. Die Nationalsozialisten gaukelten der nationalen und internationalen \u00d6ffentlichkeit vor, dass die Menschen in Theresienstadt ein ganz normales Leben f\u00fchrten. Ein Zeugnis daf\u00fcr ist der 1944 entstandene NS-Propagandafilm \u201eTheresienstadt\u201c (auch bekannt unter \u201eDer F\u00fchrer schenkt den Juden eine Stadt\u201c), den wir uns in Ausz\u00fcgen ansahen. 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