{"id":9344,"date":"2017-06-12T19:57:04","date_gmt":"2017-06-12T17:57:04","guid":{"rendered":"http:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/?p=9344"},"modified":"2017-06-12T19:57:04","modified_gmt":"2017-06-12T17:57:04","slug":"abschlussklassen-besuchen-die-gedenkstaette-buchenwald","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/?p=9344","title":{"rendered":"Abschlussklassen besuchen die Gedenkst\u00e4tte Buchenwald"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-9347 size-full\" src=\"http:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/P1000312-k.jpg\" alt=\"\" width=\"703\" height=\"245\" srcset=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/P1000312-k.jpg 703w, https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/P1000312-k-300x105.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 703px) 100vw, 703px\" \/><\/p>\n<p>Im Februar, M\u00e4rz und Mai 2017 besuchten insgesamt sieben Realschul- und Gymnasialklassen des Abschlussjahrgangs 10 die Gedenkst\u00e4tte des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald bei Weimar, um sich Vorort einen Eindruck von der ersch\u00fctterndsten Phase der deutschen Geschichte zu verschaffen. Finanziell unterst\u00fctzt wurden sie dabei vom Wetteraukreis und von der Hessischen Landeszentrale f\u00fcr politische Bildung.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-9345 alignleft\" src=\"http:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/P1000316-k-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/P1000316-k-300x225.jpg 300w, https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/P1000316-k-75x55.jpg 75w, https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/P1000316-k.jpg 703w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Nachdem sich die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler nicht nur im Geschichtsunterricht, sondern auch in anderen F\u00e4chern intensiv mit der Verfolgung und Ermordung der Juden und anderer Minderheiten w\u00e4hrend der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur auseinandergesetzt und gro\u00dfes Interesse gezeigt hatten, wurde die Unterrichtseinheit mit dem Besuch der Gedenkst\u00e4tte Buchenwald abgeschlossen und vertieft. Vorbereitet wurde die Exkursion zus\u00e4tzlich durch das Anschauen eines Films, der in die Geschichte des Konzentrationslagers einf\u00fchrt. Schon auf der Hinfahrt zur Gedenkst\u00e4tte kam der rege Kontakt zwischen den B\u00fcrgern der Stadt Weimar und dem Konzentrationslager zur Sprache. Auf der so genannten \u201eBlutstra\u00dfe\u201c, die zum Lagergel\u00e4nde f\u00fchrt und von H\u00e4ftlingen unter unmenschlichen Bedingungen erbaut wurde, wurden die jeweiligen Gruppen erstmals auf die grausamen Arbeitsbedingungen hingewiesen, denen die Zwangsarbeiter des Konzentrationslagers ausgesetzt waren, und gedachten der Opfer. Anschlie\u00dfend folgte f\u00fcr alle Gruppen eine etwa anderthalb- bis zweist\u00fcndige F\u00fchrung durch das Lagergel\u00e4nde, w\u00e4hrend der sie mit der Lagerhierarchie, den Lebens- und Arbeitsbedingungen und dem Verhalten der Aufseher und des Lagerkommandanten Koch vertraut gemacht wurden. Schwer best\u00fcrzt waren die Jugendlichen \u00fcber die Allt\u00e4glichkeit des Massensterbens, der Unmenschlichkeit und der sadistischen Freude der Lageraufseher. Besonders eindrucksvoll f\u00fcr die meisten Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler waren die Arrestzellen, in denen viele bedeutende H\u00e4ftlinge gefoltert und ermordet wurden, das Krematorium und die Genickschussanlage, die zu einer massenhaften Ermordung sowjetischer Kriegsgefangener genutzt wurde.<\/p>\n<p>Vieles ist in Buchenwald in und vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg zerst\u00f6rt worden, doch durch die anschaulichen F\u00fchrungen entstand bei den Jugendlichen dennoch ein Bewusstsein \u2013 zumindest eine Ahnung von den Schrecken, denen die H\u00e4ftlinge des Konzentrationslagers Buchenwald ausgesetzt waren. Dies zeigte sich beim gemeinsamen Innehalten an der Gedenkplatte.<\/p>\n<p>Im Anschluss erhielten die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler die M\u00f6glichkeit, das Gel\u00e4nde noch genauer zu besichtigen und besuchten die Ausstellungen der beiden Museen. Aufgabe war es hierbei, eine kurze Pr\u00e4sentation zu einer in der neu gestalteten Ausstellung vorgestellten Pers\u00f6nlichkeit oder einem Ereignis f\u00fcr den folgenden Unterricht vorzubereiten.<\/p>\n<p>Auf der R\u00fcckfahrt kam die Geschichte Buchenwalds als sowjetisches Speziallager 2 zur Sprache, wobei ein Teil der Gruppen das DDR-Mahnmal besuchte und sich genauer mit der Aufarbeitung der Lagergeschichte in der Nachkriegszeit besch\u00e4ftigte. Die anderen Gruppen besuchten die Stadt Weimar und besch\u00e4ftigten sich vertiefend mit der Rolle der Stadt und ihrer Bev\u00f6lkerung in der Geschichte des Konzentrationslagers.<\/p>\n<p>Zutiefst beeindruckt machten sich die Jugendlichen nachmittags auf die fast dreist\u00fcndige Heimfahrt, w\u00e4hrend der in kleinen Gruppen noch einige der Eindr\u00fccke und Erkenntnisse besprochen wurden. Eine Fahrt zur Gedenkst\u00e4tte Buchenwald \u2013 dar\u00fcber waren sich alle Beteiligten einig \u2013 sollte jeder einmal unternehmen. Daher sind auch die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler dankbar, dass der Wetteraukreist solche Projekte unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-9346 size-full\" src=\"http:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/P1000333-k.jpg\" alt=\"\" width=\"703\" height=\"527\" srcset=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/P1000333-k.jpg 703w, https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/P1000333-k-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 703px) 100vw, 703px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Februar, M\u00e4rz und Mai 2017 besuchten insgesamt sieben Realschul- und Gymnasialklassen des Abschlussjahrgangs 10 die Gedenkst\u00e4tte des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald bei Weimar, um sich Vorort einen Eindruck von der ersch\u00fctterndsten Phase der deutschen Geschichte zu verschaffen. Finanziell unterst\u00fctzt wurden sie dabei vom Wetteraukreis und von der Hessischen Landeszentrale f\u00fcr politische Bildung. Nachdem sich die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler nicht nur im Geschichtsunterricht, sondern auch in anderen F\u00e4chern intensiv mit der Verfolgung und Ermordung der Juden und anderer Minderheiten w\u00e4hrend der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur auseinandergesetzt und gro\u00dfes Interesse gezeigt hatten, wurde die Unterrichtseinheit mit dem Besuch der Gedenkst\u00e4tte Buchenwald abgeschlossen und vertieft. Vorbereitet wurde die Exkursion zus\u00e4tzlich durch das Anschauen eines Films, der in die Geschichte des Konzentrationslagers einf\u00fchrt. Schon auf der Hinfahrt zur Gedenkst\u00e4tte kam der rege Kontakt zwischen den B\u00fcrgern der Stadt Weimar und dem Konzentrationslager zur Sprache. Auf der so genannten \u201eBlutstra\u00dfe\u201c, die zum Lagergel\u00e4nde f\u00fchrt und von H\u00e4ftlingen unter unmenschlichen Bedingungen erbaut wurde, wurden die jeweiligen Gruppen erstmals auf die grausamen Arbeitsbedingungen hingewiesen, denen die Zwangsarbeiter des Konzentrationslagers ausgesetzt waren, und gedachten der Opfer. Anschlie\u00dfend folgte f\u00fcr alle Gruppen eine etwa anderthalb- bis zweist\u00fcndige F\u00fchrung durch das Lagergel\u00e4nde, w\u00e4hrend der sie mit der Lagerhierarchie, den Lebens- und Arbeitsbedingungen und dem Verhalten der Aufseher und des Lagerkommandanten Koch vertraut gemacht wurden. Schwer best\u00fcrzt waren die Jugendlichen \u00fcber die Allt\u00e4glichkeit des Massensterbens, der Unmenschlichkeit und der sadistischen Freude der Lageraufseher. Besonders eindrucksvoll f\u00fcr die meisten Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler waren die Arrestzellen, in denen viele bedeutende H\u00e4ftlinge gefoltert und ermordet wurden, das Krematorium und die Genickschussanlage, die zu einer massenhaften Ermordung sowjetischer Kriegsgefangener genutzt wurde. Vieles ist in Buchenwald in und vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg zerst\u00f6rt worden, doch durch die anschaulichen F\u00fchrungen entstand bei den Jugendlichen dennoch ein Bewusstsein \u2013 zumindest eine Ahnung von den Schrecken, denen die H\u00e4ftlinge des Konzentrationslagers Buchenwald ausgesetzt waren. Dies zeigte sich beim gemeinsamen Innehalten an der Gedenkplatte. Im Anschluss erhielten die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler die M\u00f6glichkeit, das Gel\u00e4nde noch genauer zu besichtigen und besuchten die Ausstellungen der beiden Museen. 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