{"id":9121675,"date":"2023-07-17T10:06:52","date_gmt":"2023-07-17T08:06:52","guid":{"rendered":"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/?p=9121675"},"modified":"2023-07-17T10:06:52","modified_gmt":"2023-07-17T08:06:52","slug":"ddr-fotograf-siegfried-wittenburg-zu-gast","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/?p=9121675","title":{"rendered":"DDR-Fotograf Siegfried Wittenburg zu Gast"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-9121677 size-full\" src=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/Bild3-k.jpg\" alt=\"\" width=\"855\" height=\"570\" srcset=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/Bild3-k.jpg 855w, https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/Bild3-k-300x200.jpg 300w, https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/Bild3-k-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 855px) 100vw, 855px\" \/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-9121678 size-medium\" src=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/Bild-k-2-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/Bild-k-2-300x200.jpg 300w, https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/Bild-k-2-768x512.jpg 768w, https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/Bild-k-2.jpg 855w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Am Dienstag, den 04.07.2023 war der DDR-Fotograf und Zeitzeuge Siegfried Wittenburg zu Gast an der Singbergschule in W\u00f6lfersheim. Wittenburg wurde 1952 in Warnem\u00fcnde geboren und absolvierte zun\u00e4chst eine Ausbildung zum Funkmechaniker. Seine Leidenschaft galt jedoch seit jeher der realistischen Fotografie. Schonungslos stellte der talentierte Autodidakt die \u201eUnzul\u00e4nglichkeiten\u201c des sozialistischen Systems dar und pr\u00e4sentierte sie \u201egeschickt der \u00d6ffentlichkeit\u201c, wie das Ministerium f\u00fcr Staatssicherheit feststellte. Im Jahr 1986 geriet Wittenburg ins Visier der Stasi, weil er sich f\u00fcr einen Freund gegen Willk\u00fcr und Zensur der SED einsetzte. Gegen ihn wurde eine Operative Personenkontrolle (OPK) eingeleitet, um ihn als Staatsfeind zu entlarven. Die Berichte des wichtigsten Inoffiziellen Mitarbeiters (IM) waren letztlich anderer Natur und so entging Wittenburg weiteren Repressalien.<\/p>\n<p>Wittenburgs Fotografien sind nicht nur von hohem k\u00fcnstlerischem Wert, sie dokumentieren auch einzigartig den Untergang der DDR, die friedliche Revolution von 1989 und die Jahre danach.<\/p>\n<p>Im Rahmen eines 60-min\u00fctigen Vortrages mit anschlie\u00dfendem Gespr\u00e4ch zeigte Wittenburg den gut 90 interessierten Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern der Jahrgangsstufe 10G zahlreiche seiner authentischen Fotografien und erz\u00e4hlte ihnen aus eigenem Erleben vom Alltag in einer Diktatur und was es bedeutete, sich dem System anpassen zu m\u00fcssen. Wittenburg beendete seinen Vortrag mit einem flammenden Appell an die Jugendlichen, sich in Zeiten wie diesen f\u00fcr Demokratie und Freiheit einzusetzen.<\/p>\n<p>Im Namen der Schulleitung begr\u00fc\u00dften Thorsten Rohde und Dr. Matthias Zipp neben Siegfried Wittenburg auch Frau Ulrike Naumann von der Hessischen Landeszentrale f\u00fcr politische Bildung als besonderen Gast. Gemeinsam bedankten sie sich bei ihr f\u00fcr die gute Zusammenarbeit und Unterst\u00fctzung bei der Verwirklichung zahlreicher Projekte im Rahmen der Erinnerungs- und Gedenkkultur. Fachsprecherin Katharina Pietsch f\u00fchrte durch das Programm und \u00fcberreichte dem Referenten als Dankesch\u00f6n ein kleines Pr\u00e4sent. (PIK\/ZIM)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Dienstag, den 04.07.2023 war der DDR-Fotograf und Zeitzeuge Siegfried Wittenburg zu Gast an der Singbergschule in W\u00f6lfersheim. Wittenburg wurde 1952 in Warnem\u00fcnde geboren und absolvierte zun\u00e4chst eine Ausbildung zum Funkmechaniker. Seine Leidenschaft galt jedoch seit jeher der realistischen Fotografie. Schonungslos stellte der talentierte Autodidakt die \u201eUnzul\u00e4nglichkeiten\u201c des sozialistischen Systems dar und pr\u00e4sentierte sie \u201egeschickt der \u00d6ffentlichkeit\u201c, wie das Ministerium f\u00fcr Staatssicherheit feststellte. Im Jahr 1986 geriet Wittenburg ins Visier der Stasi, weil er sich f\u00fcr einen Freund gegen Willk\u00fcr und Zensur der SED einsetzte. Gegen ihn wurde eine Operative Personenkontrolle (OPK) eingeleitet, um ihn als Staatsfeind zu entlarven. Die Berichte des wichtigsten Inoffiziellen Mitarbeiters (IM) waren letztlich anderer Natur und so entging Wittenburg weiteren Repressalien. Wittenburgs Fotografien sind nicht nur von hohem k\u00fcnstlerischem Wert, sie dokumentieren auch einzigartig den Untergang der DDR, die friedliche Revolution von 1989 und die Jahre danach. Im Rahmen eines 60-min\u00fctigen Vortrages mit anschlie\u00dfendem Gespr\u00e4ch zeigte Wittenburg den gut 90 interessierten Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern der Jahrgangsstufe 10G zahlreiche seiner authentischen Fotografien und erz\u00e4hlte ihnen aus eigenem Erleben vom Alltag in einer Diktatur und was es bedeutete, sich dem System anpassen zu m\u00fcssen. Wittenburg beendete seinen Vortrag mit einem flammenden Appell an die Jugendlichen, sich in Zeiten wie diesen f\u00fcr Demokratie und Freiheit einzusetzen. Im Namen der Schulleitung begr\u00fc\u00dften Thorsten Rohde und Dr. Matthias Zipp neben Siegfried Wittenburg auch Frau Ulrike Naumann von der Hessischen Landeszentrale f\u00fcr politische Bildung als besonderen Gast. Gemeinsam bedankten sie sich bei ihr f\u00fcr die gute Zusammenarbeit und Unterst\u00fctzung bei der Verwirklichung zahlreicher Projekte im Rahmen der Erinnerungs- und Gedenkkultur. Fachsprecherin Katharina Pietsch f\u00fchrte durch das Programm und \u00fcberreichte dem Referenten als Dankesch\u00f6n ein kleines Pr\u00e4sent. 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