{"id":20431973,"date":"2026-07-15T08:36:20","date_gmt":"2026-07-15T06:36:20","guid":{"rendered":"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/?p=20431973"},"modified":"2026-07-15T08:36:20","modified_gmt":"2026-07-15T06:36:20","slug":"geschichte-erleben-verantwortung-verstehen-sechstklaessler-auf-juedischen-spuren-in-muenzenberg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/?p=20431973","title":{"rendered":"Geschichte erleben, Verantwortung verstehen \u2013 Sechstkl\u00e4ssler auf j\u00fcdischen Spuren in M\u00fcnzenberg"},"content":{"rendered":"<h2><span style=\"color: #800000;\"><strong>#SBSerinnert #SBSdiskutiert<\/strong><\/span><\/h2>\n<p>Geschichte wird besonders dann greifbar, wenn sie dort entdeckt wird, wo Menschen gelebt, gearbeitet und ihre Spuren hinterlassen haben. Aus diesem Grund begaben sich alle sechsten Klassen der Singbergschule W\u00f6lfersheim auch in diesem Jahr auf eine historische Wanderung nach M\u00fcnzenberg. Im Mittelpunkt stand die Auseinandersetzung mit j\u00fcdischem Leben in der Wetterau sowie den Auswirkungen der nationalsozialistischen Verfolgung auf die Menschen vor Ort.<\/p>\n<p>Der H\u00f6hepunkt war der Besuch des Kulturhauses Alte Synagoge. Dort vermittelte der ehemalige Fachbereichsleiter der Schule Uwe M\u00fcller als Vorsitzender des Freundeskreises Burg und Stadt M\u00fcnzenberg anschaulich die Geschichte j\u00fcdischer Familien aus der Region. Anhand pers\u00f6nlicher Schicksale wurde f\u00fcr die Kinder nachvollziehbar, wie Ausgrenzung, Entrechtung und Verfolgung das Leben vieler Menschen ver\u00e4nderten. Die Biografie von Erwin Elieser Katz aus M\u00fcnzenberg, der 1934 nach Pal\u00e4stina floh und dessen Familie in Auschwitz ermordet wurde, verdeutlichte dabei eindrucksvoll, wie eng Hoffnung, Mut und Verlust miteinander verbunden sein k\u00f6nnen. Der Vortrag wurde begleitet durch sehr pers\u00f6nliche Erz\u00e4hlungen von Uwe M\u00fcller, der sich mit seiner Frau Mitte der achtziger Jahre auf die Suche nach \u00fcberlebenden M\u00fcnzenberger Juden gemacht hatte. So entstand zwischen der Familie M\u00fcller und Familie Katz eine enge Beziehung, die bis heute h\u00e4lt, auch nach dem Tod von Erwin Katz und seiner Frau. M\u00fcller mahnte: \u201eLebt in einem freundlichen Miteinander im Rahmen einer demokratischen Gesellschaft, damit so etwas Menschenverachtendes nie wieder passiert!\u201c Man k\u00f6nne Kritik \u00fcben, auch an der heutigen Regierung in Israel, das d\u00fcrfe aber nicht dazu f\u00fchren, j\u00fcdische Menschen zu hassen.<\/p>\n<p>Erg\u00e4nzt wurde die historische Spurensuche durch eine literarische Ann\u00e4herung an die Zeit des Nationalsozialismus. Ausz\u00fcge aus dem Jugendroman <em>\u201eDamals war es Friedrich\u201c<\/em> von Hans Peter Richter, gelesen von Laura Pinecker, Antje Schmidt, Niels Vosteen, Julia Thiel und Karolin Kreyling, er\u00f6ffneten den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern einen weiteren Zugang zu den Themen Freundschaft, Ausgrenzung und gesellschaftliche Verantwortung. Richters Roman aus dem Jahr 1961 zeigt eindrucksvoll, wie Vorurteile, Hass und Diskriminierung selbst engste Beziehungen zerst\u00f6ren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Im anschlie\u00dfenden Austausch standen die Gedanken und Fragen der Kinder im Mittelpunkt. Gemeinsam wurde dar\u00fcber gesprochen, welche Bedeutung Werte wie Respekt, Zivilcourage und Mitmenschlichkeit heute haben. Dabei entstanden zahlreiche Verbindungen zwischen historischen Ereignissen und aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen.<\/p>\n<p>Die Verbindung aus lokalgeschichtlichem Lernen, Literatur und pers\u00f6nlichem Dialog hat sich erneut als wertvoller Beitrag zur Demokratiebildung erwiesen. Sie erm\u00f6glicht den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern nicht nur einen Zugang zur Vergangenheit, sondern st\u00e4rkt zugleich ihre F\u00e4higkeit, Verantwortung f\u00fcr ein respektvolles Miteinander in der Gegenwart zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Die Singbergschule bedankt sich bei allen Beteiligten sowie der Stadt M\u00fcnzenberg f\u00fcr die freie Nutzung der R\u00e4umlichkeiten und insbesondere dem Hausmeister Ottmar Sch\u00e4fer f\u00fcr die Begleitung der Veranstaltung, so dass diese besondere Form des Lernens Jahr f\u00fcr Jahr erm\u00f6glicht wird. \u201eSolche Begegnungen tragen dazu bei, Erinnerung lebendig zu halten und junge Menschen f\u00fcr die Werte einer offenen und demokratischen Gesellschaft zu sensibilisieren\u201c, res\u00fcmierten Fachbereichsleiter Dr. Matthias Zipp und Katharina Pietsch, die die Projekttage auch in diesem Jahr federf\u00fchrend organisiert und das Konzept f\u00fcr die literarisch-historische Lesung ausgearbeitet hatten. (PIK\/ZIM)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/jued.-Leben-in-der-Wetterau0003.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-20432257 size-medium\" src=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/jued.-Leben-in-der-Wetterau0003-300x400.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/jued.-Leben-in-der-Wetterau0003-300x400.jpg 300w, https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/jued.-Leben-in-der-Wetterau0003.jpg 384w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a> <a href=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/jued.-Leben-in-der-Wetterau0002.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-20432256 size-medium\" src=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/jued.-Leben-in-der-Wetterau0002-300x400.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/jued.-Leben-in-der-Wetterau0002-300x400.jpg 300w, https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/jued.-Leben-in-der-Wetterau0002-768x1024.jpg 768w, https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/jued.-Leben-in-der-Wetterau0002-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/jued.-Leben-in-der-Wetterau0002.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a> <a href=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/jued.-Leben-in-der-Wetterau0001.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-20432255 size-large\" src=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/jued.-Leben-in-der-Wetterau0001-1200x900.jpg\" alt=\"\" width=\"960\" height=\"720\" srcset=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/jued.-Leben-in-der-Wetterau0001-1200x900.jpg 1200w, https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/jued.-Leben-in-der-Wetterau0001-300x225.jpg 300w, https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/jued.-Leben-in-der-Wetterau0001-768x576.jpg 768w, https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/jued.-Leben-in-der-Wetterau0001-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/jued.-Leben-in-der-Wetterau0001.jpg 1613w\" sizes=\"auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px\" \/><\/a> <a href=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/IMG-20260619-WA0000.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-20432253 size-large\" src=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/IMG-20260619-WA0000-863x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"863\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/IMG-20260619-WA0000-863x1024.jpg 863w, https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/IMG-20260619-WA0000-300x356.jpg 300w, https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/IMG-20260619-WA0000-768x911.jpg 768w, https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/IMG-20260619-WA0000-1295x1536.jpg 1295w, https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/IMG-20260619-WA0000.jpg 1726w\" sizes=\"auto, (max-width: 863px) 100vw, 863px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>#SBSerinnert #SBSdiskutiert Geschichte wird besonders dann greifbar, wenn sie dort entdeckt wird, wo Menschen gelebt, gearbeitet und ihre Spuren hinterlassen haben. 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Die Biografie von Erwin Elieser Katz aus M\u00fcnzenberg, der 1934 nach Pal\u00e4stina floh und dessen Familie in Auschwitz ermordet wurde, verdeutlichte dabei eindrucksvoll, wie eng Hoffnung, Mut und Verlust miteinander verbunden sein k\u00f6nnen. Der Vortrag wurde begleitet durch sehr pers\u00f6nliche Erz\u00e4hlungen von Uwe M\u00fcller, der sich mit seiner Frau Mitte der achtziger Jahre auf die Suche nach \u00fcberlebenden M\u00fcnzenberger Juden gemacht hatte. So entstand zwischen der Familie M\u00fcller und Familie Katz eine enge Beziehung, die bis heute h\u00e4lt, auch nach dem Tod von Erwin Katz und seiner Frau. M\u00fcller mahnte: \u201eLebt in einem freundlichen Miteinander im Rahmen einer demokratischen Gesellschaft, damit so etwas Menschenverachtendes nie wieder passiert!\u201c Man k\u00f6nne Kritik \u00fcben, auch an der heutigen Regierung in Israel, das d\u00fcrfe aber nicht dazu f\u00fchren, j\u00fcdische Menschen zu hassen. 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Die Verbindung aus lokalgeschichtlichem Lernen, Literatur und pers\u00f6nlichem Dialog hat sich erneut als wertvoller Beitrag zur Demokratiebildung erwiesen. Sie erm\u00f6glicht den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern nicht nur einen Zugang zur Vergangenheit, sondern st\u00e4rkt zugleich ihre F\u00e4higkeit, Verantwortung f\u00fcr ein respektvolles Miteinander in der Gegenwart zu \u00fcbernehmen. 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