{"id":13904,"date":"2019-06-07T17:38:08","date_gmt":"2019-06-07T15:38:08","guid":{"rendered":"http:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/?p=13904"},"modified":"2019-06-10T21:43:08","modified_gmt":"2019-06-10T19:43:08","slug":"lecker-lateinunterricht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/?p=13904","title":{"rendered":"Lecker: Lateinunterricht!"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-13922\" src=\"http:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/IMG_6506-1200x800.jpg\" alt=\"\" width=\"960\" height=\"640\" srcset=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/IMG_6506-1200x800.jpg 1200w, https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/IMG_6506-300x200.jpg 300w, https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/IMG_6506-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px\" \/><\/p>\n<p>Lukullische Gen\u00fcsse an der Singbergschule! Am Freitag schoben in W\u00f6lfersheim Zehntkl\u00e4sser eines Lateinkurses Griffel und B\u00fccher beiseite und inspizierten die K\u00fcche der Bildungseinrichtung in der festen Absicht, mal nicht an Vokabeln zu denken und nicht den Kopf, sondern ein anderes K\u00f6rperteil zu besch\u00e4ftigen: den Bauch.<\/p>\n<p>Das war ein Unterricht ganz nach dem Geschmack der Sch\u00fcler: Nebenbei stellten sie fest, dass die R\u00f6mer nicht nur die Sch\u00f6pfer der Gewaltenteilung waren, nicht nur Baumeister und Milit\u00e4rstrategen, sondern ebenso gute K\u00f6che. Wer dabei an Nudeln denkt, der liegt v\u00f6llig falsch: Viele Zutaten der heutigen italienischen K\u00fcche waren den R\u00f6mern g\u00e4nzlich unbekannt: Tomaten etwa kommen aus Amerika und konnten von Ovid und Vergil folglich weder besungen, noch gegessen werden.<\/p>\n<p>Ein Name des antiken Rom steht dabei sprichw\u00f6rtlich f\u00fcr den guten Geschmack: Lucius Licinius Lucullus, Mitglied der Oberschicht und Zeitgenosse C\u00e4sars, gab aufw\u00e4ndige Gastm\u00e4hler. Dank eines Autors namens Apicius wissen wir, dass man in Rom Dinge a\u00df wie Siebenschl\u00e4fer oder Flamingo.<\/p>\n<p>Weil aber weder im tegut, noch im Penny auf die Schnelle Flamingo zu bekommen war, entschieden sich die Zehntkl\u00e4ssler f\u00fcr H\u00fchnchen auf numidische Art. Daf\u00fcr braucht es Datteln, Pinienkerne \u2013 und Sojasauce. Die ist zwar nicht original, aber das r\u00f6mische Garum schmeckte wohl ganz \u00e4hnlich. F\u00fcr einige war klar: H\u00fchnchen numidische Art w\u00fcrden sie zu Hause nachkochen. Lecker!<\/p>\n<p>Als Vorspeise gab es den Legion\u00e4rsbrei Pulsum: Eine Gr\u00fctze aus Gerstenschrot, Zwiebeln und Linsen. Nicht alles davon wurde gegessen. Moretum \u2013 ein Streichk\u00e4se mit sehr viel Knoblauch \u2013 fand gr\u00f6\u00dfere Beliebtheit bei den Sch\u00fclern, die f\u00fcr den Tag nicht mehr mit dem Besuch von Vampiren rechnen mussten.<\/p>\n<p>Am Ende wurde aufger\u00e4umt, geputzt, abgewaschen. Viele H\u00e4nde, schnelles Ende. Wie schon Seneca sagte: Di boni, quantum hominum unus venter exercet. Zu Deutsch: Gute G\u00f6tter, wie viele Menschen h\u00e4lt doch ein einziger Magen auf Trab.<\/p>\n<div class=\"gdl-gallery-image shortcode\"><a data-rel=\"fancybox\" data-fancybox-group=\"gal0\" href=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/IMG_6511.jpg\"  title=\"\"><img decoding=\"async\" class=\"gdl-gallery-image\" src=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/IMG_6511.jpg\" alt=\"\" \/><\/a><\/div><div class=\"gdl-gallery-image shortcode\"><a data-rel=\"fancybox\" data-fancybox-group=\"gal0\" href=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/IMG_6510.jpg\"  title=\"\"><img decoding=\"async\" class=\"gdl-gallery-image\" src=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/IMG_6510.jpg\" alt=\"\" \/><\/a><\/div><div class=\"gdl-gallery-image shortcode\"><a data-rel=\"fancybox\" data-fancybox-group=\"gal0\" href=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/IMG_6505.jpg\"  title=\"\"><img decoding=\"async\" class=\"gdl-gallery-image\" src=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/IMG_6505.jpg\" alt=\"\" \/><\/a><\/div><div class=\"gdl-gallery-image shortcode\"><a data-rel=\"fancybox\" data-fancybox-group=\"gal0\" href=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/IMG_6503.jpg\"  title=\"\"><img decoding=\"async\" class=\"gdl-gallery-image\" src=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/IMG_6503.jpg\" alt=\"\" \/><\/a><\/div><div class=\"gdl-gallery-image shortcode\"><a data-rel=\"fancybox\" data-fancybox-group=\"gal0\" href=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/IMG_6499.jpg\"  title=\"\"><img decoding=\"async\" class=\"gdl-gallery-image\" src=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/IMG_6499.jpg\" alt=\"\" \/><\/a><\/div><div class=\"gdl-gallery-image shortcode\"><a data-rel=\"fancybox\" data-fancybox-group=\"gal0\" href=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/IMG_6491.jpg\"  title=\"\"><img decoding=\"async\" class=\"gdl-gallery-image\" src=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/IMG_6491.jpg\" alt=\"\" \/><\/a><\/div><div class=\"gdl-gallery-image shortcode\"><a data-rel=\"fancybox\" data-fancybox-group=\"gal0\" href=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/IMG_6478.jpg\"  title=\"\"><img decoding=\"async\" class=\"gdl-gallery-image\" src=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/IMG_6478.jpg\" alt=\"\" \/><\/a><\/div><div class=\"clear\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lukullische Gen\u00fcsse an der Singbergschule! Am Freitag schoben in W\u00f6lfersheim Zehntkl\u00e4sser eines Lateinkurses Griffel und B\u00fccher beiseite und inspizierten die K\u00fcche der Bildungseinrichtung in der festen Absicht, mal nicht an Vokabeln zu denken und nicht den Kopf, sondern ein anderes K\u00f6rperteil zu besch\u00e4ftigen: den Bauch. Das war ein Unterricht ganz nach dem Geschmack der Sch\u00fcler: Nebenbei stellten sie fest, dass die R\u00f6mer nicht nur die Sch\u00f6pfer der Gewaltenteilung waren, nicht nur Baumeister und Milit\u00e4rstrategen, sondern ebenso gute K\u00f6che. Wer dabei an Nudeln denkt, der liegt v\u00f6llig falsch: Viele Zutaten der heutigen italienischen K\u00fcche waren den R\u00f6mern g\u00e4nzlich unbekannt: Tomaten etwa kommen aus Amerika und konnten von Ovid und Vergil folglich weder besungen, noch gegessen werden. Ein Name des antiken Rom steht dabei sprichw\u00f6rtlich f\u00fcr den guten Geschmack: Lucius Licinius Lucullus, Mitglied der Oberschicht und Zeitgenosse C\u00e4sars, gab aufw\u00e4ndige Gastm\u00e4hler. Dank eines Autors namens Apicius wissen wir, dass man in Rom Dinge a\u00df wie Siebenschl\u00e4fer oder Flamingo. Weil aber weder im tegut, noch im Penny auf die Schnelle Flamingo zu bekommen war, entschieden sich die Zehntkl\u00e4ssler f\u00fcr H\u00fchnchen auf numidische Art. Daf\u00fcr braucht es Datteln, Pinienkerne \u2013 und Sojasauce. Die ist zwar nicht original, aber das r\u00f6mische Garum schmeckte wohl ganz \u00e4hnlich. F\u00fcr einige war klar: H\u00fchnchen numidische Art w\u00fcrden sie zu Hause nachkochen. Lecker! Als Vorspeise gab es den Legion\u00e4rsbrei Pulsum: Eine Gr\u00fctze aus Gerstenschrot, Zwiebeln und Linsen. Nicht alles davon wurde gegessen. 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