{"id":13663488,"date":"2025-03-08T20:18:57","date_gmt":"2025-03-08T19:18:57","guid":{"rendered":"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/?p=13663488"},"modified":"2025-03-08T20:18:57","modified_gmt":"2025-03-08T19:18:57","slug":"zweitzeugengespraech-mit-ricardo-lenzi-laubinger-beruehrt-abschlussklassen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/?p=13663488","title":{"rendered":"ZWEITZEUGENGESPR\u00c4CH MIT RICARDO LENZI LAUBINGER BER\u00dcHRT ABSCHLUSSKLASSEN"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/1-Cover-KLAK.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-13663489 size-medium\" src=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/1-Cover-KLAK-300x444.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"444\" srcset=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/1-Cover-KLAK-300x444.jpg 300w, https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/1-Cover-KLAK.jpg 648w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>W\u00f6lfersheim. <\/strong>Am 25. und 26. Februar 2025 hatten die Abschlussklassen 9H und 10R der Singbergschule W\u00f6lfersheim die Gelegenheit, an einem Zweit- und Zeitzeugengespr\u00e4ch mit Ricardo Lenzi Laubinger, dem Vorsitzenden der Hessischen Sinti-Union, teilzunehmen. Die beiden Veranstaltungen wurden auf Wunsch der Fachschaft Geschichte von Katharina Pietsch, der Beauftragten f\u00fcr den Bereich \u201e\u00d6ffnung von Schule\u201c, sowie von Fachbereichsleiter II Dr. Matthias Zipp organisiert. Dank der finanziellen Unterst\u00fctzung der Hessischen Landeszentrale f\u00fcr politische Bildung konnte dieses demokratiebildende Ereignis realisiert werden. In ihren Er\u00f6ffnungsreden betonten die beiden die immense Bedeutung solcher Begegnungen f\u00fcr die politische und historische Bildung junger Menschen.<\/p>\n<p><em>\u201eGeschichte wird durch pers\u00f6nliche Berichte lebendig. Solche Veranstaltungen sind essenziell, um Jugendliche f\u00fcr demokratische Werte zu sensibilisieren und sie zu ermutigen, sich aktiv gegen Diskriminierung und Ausgrenzung einzusetzen.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Ferner dankten sie der Hessischen Landeszentrale f\u00fcr politische Bildung f\u00fcr ihre langj\u00e4hrige Unterst\u00fctzung im Kampf gegen das Vergessen.<\/p>\n<p>Nach einer kurzen Vorstellung des aus Wiesbaden angereisten Gastes wurde die Veranstaltung durch einen bewegenden Kurzfilm eingeleitet. Mithilfe historischer Bilder und Dokumentaraufnahmen wurden die Gr\u00e4ueltaten des Holocausts eindrucksvoll veranschaulicht, wodurch sich eine ernste und nachdenkliche Stimmung einstellte.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend berichtete Laubinger von den schmerzhaften Erlebnissen seiner Familie w\u00e4hrend der NS-Zeit. Obwohl er selbst die Schrecken des Holocausts nicht erleben musste, schilderte er eindr\u00fccklich die Traumata seiner Eltern und Verwandten. Besonders bewegend war der Bericht \u00fcber seine Mutter, die als einzige ihrer Familie Auschwitz \u00fcberlebte und mit eigenen Augen den Mord an ihren Eltern und Geschwistern miterleben musste. Mit sichtbarer Ergriffenheit sprach er zudem \u00fcber die grausamen Experimente, die der ber\u00fcchtigte KZ-Arzt Josef Mengele an seinen Cousins durchgef\u00fchrt haben soll.<\/p>\n<p>Laubinger bettete seine Familiengeschichte in den gr\u00f6\u00dferen historischen Kontext ein und verdeutlichte, dass die Diskriminierung der Sinti und Roma auch nach dem Ende des NS-Regimes fortbestand. So berichtete er fassungslos, dass Sinti weiterhin regelm\u00e4\u00dfig bei der Polizei vorstellig werden mussten, Fingerabdr\u00fccke abgeben und sich fotografieren lassen mussten \u2013 eine Praxis, die sie wie Verbrecher erscheinen lie\u00df. Auch die wiederholten Ablehnungen der Wiedergutmachungsantr\u00e4ge seiner Mutter und anderer Verwandter, selbst im Falle seines mit nur zwei Monaten in ein Konzentrationslager deportierten Onkels, verdeutlichten den Jugendlichen das fortdauernde Unrecht.<\/p>\n<p data-wp-editing=\"1\">Ein besonders emotionaler Moment war Laubingers Schilderung eines Wiedersehens mit seinem Halbbruder im Jahr 1978, den die Kriminalpolizei zuvor f\u00e4lschlicherweise f\u00fcr tot erkl\u00e4rt hatte. Die Erlebnisse seiner Familie machten deutlich, dass die Auswirkungen des Holocausts und die Diskriminierung der Sinti und Roma bis heute sp\u00fcrbar sind.<\/p>\n<p data-wp-editing=\"1\"><a href=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/Laubinger0000-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-13663490 size-medium\" src=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/Laubinger0000-1-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/Laubinger0000-1-300x200.jpg 300w, https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/Laubinger0000-1-768x511.jpg 768w, https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/Laubinger0000-1.jpg 902w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a> <a href=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/Laubinger0002-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-13663492 size-medium\" src=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/Laubinger0002-1-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/Laubinger0002-1-300x200.jpg 300w, https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/Laubinger0002-1-768x511.jpg 768w, https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/Laubinger0002-1.jpg 902w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Lernenden verfolgten den lebendigen Vortrag mit gro\u00dfer Aufmerksamkeit und waren sichtlich bewegt. Im Anschluss an den Vortrag stellten sie zahlreiche Fragen, die Laubinger offen und geduldig beantwortete. Die intensive Beteiligung zeigte, wie sehr die Erlebnisse und Botschaften des Zweit- und Zeitzeugen sie ber\u00fchrten. Zum Abschluss appellierte Laubinger noch einmal eindringlich an die Jugendlichen, sich aktiv f\u00fcr Demokratie, Menschenrechte und gegen Diskriminierung einzusetzen.<\/p>\n<div id=\"attachment_13663494\" style=\"width: 916px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/Presse-k.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-13663494\" class=\"wp-image-13663494 size-full\" src=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/Presse-k.jpg\" alt=\"\" width=\"906\" height=\"674\" srcset=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/Presse-k.jpg 906w, https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/Presse-k-300x223.jpg 300w, https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/Presse-k-768x571.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 906px) 100vw, 906px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-13663494\" class=\"wp-caption-text\">Christina Dern, Dr. Matthias Zipp, Ricardo Lenzi Laubinger, Iris Tross-Getto, Katharina Pietsch (v.l.n.r.)<\/p><\/div>\n<p>Die Veranstaltung hinterlie\u00df einen nachhaltigen Eindruck und unterstrich die Wichtigkeit, Geschichte nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, wie Pietsch und Zipp gegen\u00fcber der Presse sichtlich zufrieden res\u00fcmierten. (PIK\/ZIM)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/Laubinger0001-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-13663491 size-full\" src=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/Laubinger0001-1.jpg\" alt=\"\" width=\"1065\" height=\"527\" srcset=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/Laubinger0001-1.jpg 1065w, https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/Laubinger0001-1-300x148.jpg 300w, https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/Laubinger0001-1-768x380.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1065px) 100vw, 1065px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00f6lfersheim. Am 25. und 26. 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Solche Veranstaltungen sind essenziell, um Jugendliche f\u00fcr demokratische Werte zu sensibilisieren und sie zu ermutigen, sich aktiv gegen Diskriminierung und Ausgrenzung einzusetzen.\u201c Ferner dankten sie der Hessischen Landeszentrale f\u00fcr politische Bildung f\u00fcr ihre langj\u00e4hrige Unterst\u00fctzung im Kampf gegen das Vergessen. Nach einer kurzen Vorstellung des aus Wiesbaden angereisten Gastes wurde die Veranstaltung durch einen bewegenden Kurzfilm eingeleitet. Mithilfe historischer Bilder und Dokumentaraufnahmen wurden die Gr\u00e4ueltaten des Holocausts eindrucksvoll veranschaulicht, wodurch sich eine ernste und nachdenkliche Stimmung einstellte. Anschlie\u00dfend berichtete Laubinger von den schmerzhaften Erlebnissen seiner Familie w\u00e4hrend der NS-Zeit. Obwohl er selbst die Schrecken des Holocausts nicht erleben musste, schilderte er eindr\u00fccklich die Traumata seiner Eltern und Verwandten. Besonders bewegend war der Bericht \u00fcber seine Mutter, die als einzige ihrer Familie Auschwitz \u00fcberlebte und mit eigenen Augen den Mord an ihren Eltern und Geschwistern miterleben musste. Mit sichtbarer Ergriffenheit sprach er zudem \u00fcber die grausamen Experimente, die der ber\u00fcchtigte KZ-Arzt Josef Mengele an seinen Cousins durchgef\u00fchrt haben soll. Laubinger bettete seine Familiengeschichte in den gr\u00f6\u00dferen historischen Kontext ein und verdeutlichte, dass die Diskriminierung der Sinti und Roma auch nach dem Ende des NS-Regimes fortbestand. So berichtete er fassungslos, dass Sinti weiterhin regelm\u00e4\u00dfig bei der Polizei vorstellig werden mussten, Fingerabdr\u00fccke abgeben und sich fotografieren lassen mussten \u2013 eine Praxis, die sie wie Verbrecher erscheinen lie\u00df. 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