{"id":10529392,"date":"2023-12-16T17:31:23","date_gmt":"2023-12-16T16:31:23","guid":{"rendered":"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/?p=10529392"},"modified":"2023-12-19T11:36:48","modified_gmt":"2023-12-19T10:36:48","slug":"einigkeit-und-recht-und-freiheit-q1-auf-politisch-historischer-studienfahrt-in-berlin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/?p=10529392","title":{"rendered":"Einigkeit und Recht und Freiheit: Q1 auf politisch-historischer Studienfahrt in Berlin"},"content":{"rendered":"<p><strong>W\u00f6lfersheim\/Berlin.<\/strong> Geschichte und Politik hautnah erfahren, dabei Diktatur erinnern und Demokratie leben \u2013 das war das Ziel der sechst\u00e4gigen Studienfahrt der Jahrgangstufe 12 der Singbergschule W\u00f6lfersheim nach Berlin, die unter Federf\u00fchrung von Schulleitungsmitglied Dr. Matthias Zipp von einer mehrk\u00f6pfigen Arbeitsgruppe um Geschichtsfachsprecherin Katharina Pietsch organisiert und von den Lehrkr\u00e4ften Marvin Kl\u00e4hn, Moritz Hartmann, Kevin B\u00f6nicke, Diana Gerlinger, Fabian Ruppel (LiV) und Sabrina Zajonz (LiV) durchgef\u00fchrt wurde.<\/p>\n<p>Der Anreisetag wurde zu einer ersten Erkundung genutzt, sodass die 85 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler bereits erste <strong>Erinnerungsorte <\/strong>und<strong> Wahrzeichen<\/strong> der Bundeshauptstadt kennenlernen konnten. Auf der kleinen Route durch Berlin sichteten die Oberstufensch\u00fcler unter anderem das Denkmal f\u00fcr die ermordeten Juden Europas, das Brandenburger Tor und das Reichstagsgeb\u00e4ude.<\/p>\n<p>Am zweiten Tag besuchte ein Teil der Gruppe die Ausstellung <strong>\u201eTopografie des Terrors\u201c<\/strong>, ein seit 1987 bestehendes Projekt in Berlin-Kreuzberg zur Dokumentation und Aufarbeitung des Terrors im nationalsozialistischen Deutschland, und die <strong>Gedenkst\u00e4tte Deutscher Widerstand<\/strong>. Hier setzten sich die interessierten Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler beispielsweise mit dem Widerstand von Jugendgruppen zur NS-Zeit auseinander, die ihr Recht auf Unabh\u00e4ngigkeit und Selbstbestimmung au\u00dferhalb der \u201eHitler-Jugend\u201c verteidigten. Edelwei\u00dfpiraten in K\u00f6ln, Leipziger Meuten oder Hamburger Swing-Jugendliche widersetzten sich dem Zwang der Diktatur durch ihren Lebensstil. Viele von ihnen bezahlten dies mit ihrem Leben.<\/p>\n<p>Der Geschichtsleistungskurs von Herrn Kl\u00e4hn absolvierte stattdessen ein f\u00fcnfst\u00fcndiges Seminar in der <strong>Gedenk- und Bildungsst\u00e4tte \u201eHaus der Wannsee-Konferenz\u201c<\/strong>. In der von 1941 bis 1945 als G\u00e4ste- und Erholungsheim der SS genutzten Villa am Gro\u00dfen Wannsee fand am 20. Januar 1942 die heute als \u201eWannsee-Konferenz\u201c bezeichnete Besprechung zur \u201eEndl\u00f6sung der Judenfrage&#8220; statt, die von SS-Obergruppenf\u00fchrer Reinhard Heydrich geleitet wurde und auf der die systematische Vernichtung aller in Europa lebenden Juden beschlossen und verwaltungstechnisch geregelt wurde.<\/p>\n<p>Auch am Dienstag setzten sich die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler mit dem Thema Nationalsozialismus und Holocaust auseinander und erkundeten in Kleingruppen die <strong>Gedenkst\u00e4tte<\/strong> und das <strong>Museum Sachsenhausen<\/strong> in Oranienburg, die beide an das ehemalige Konzentrationslager Sachsenhausen erinnern und als Mahnmal gegen nationalsozialistische Verbrechen dienen.<\/p>\n<p>Der darauffolgende Tag stand ganz unter dem Motto \u201eFreiheit\u201c. Die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler berichteten nach ihrem Besuch in der <strong>Gedenkst\u00e4tte Berlin-Hohensch\u00f6nhausen<\/strong>, dass sie die Erkenntnis gewonnen haben, wie wertvoll Freiheit ist und dass es \u00fcberaus wichtig ist, daf\u00fcr zu k\u00e4mpfen. Besonders beeindruckt zeigten sie sich von den Zeitzeugen, ehemaligen Insassen des Untersuchungsgef\u00e4ngnisses der Staatssicherheit (MfS), die die Sch\u00fcler in Gruppen \u00fcber das Gel\u00e4nde f\u00fchrten. Die emotionalen Geschichten bewegten die Jugendlichen tief, und auch ihre Aufrufe, sich selbst f\u00fcr Recht und Freiheit einzusetzen, fanden Geh\u00f6r. Der PoWi-Leistungskurs nahm gemeinsam mit Kunstlehrerin Diana Gerlinger an einem <strong>Kunstworkshop<\/strong> mit dem ehemals in Hohensch\u00f6nhausen inhaftierten K\u00fcnstler Gino Kuhn teil und verarbeitete auf k\u00fcnstlerischem Wege die vor Ort gewonnenen Eindr\u00fccke und Emotionen.<\/p>\n<p>Nachmittags erkundeten einige Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler im Rahmen des Workshops \u201eFotografische Spurensuche\u201c in der <strong>Gedenkst\u00e4tte Berliner Mauer<\/strong> die Tatorte, an denen Mauerfl\u00fcchtlinge starben. In dem Workshop \u201eQuellenarbeit\u201c erfuhren andere, weshalb und auf welchen Wegen Menschen aus der DDR fl\u00fcchteten.<\/p>\n<p>Am Donnerstag besuchte die Sch\u00fclergruppe zun\u00e4chst die <strong>Studios Berlin Adlershof<\/strong>, wo sie an einer F\u00fchrung durch die Produktionsst\u00e4tten von Politsendungen wie \u201eHart aber fair&#8220; oder \u201eLate Night Berlin&#8220; teilnahmen. Am Abend verfolgten die Teilnehmer des Berlinseminars dann eine spannende <strong>Plenarsitzung des Deutschen Bundestages<\/strong> und f\u00fchrten im Anschluss noch ein <strong>informatives Gespr\u00e4ch mit dem Wetterauer Bundestagsabgeordneten Peter Heidt<\/strong> (FDP), dem Sprecher f\u00fcr Menschenrechte und humanit\u00e4re Hilfe der FDP-Bundestagsfraktion.<\/p>\n<p>Insbesondere die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler des Politik-Leistungskurses nutzten die Gelegenheit, vor dem abschlie\u00dfenden <strong>Kuppelbesuch<\/strong> mit Heidt \u00fcber die im Unterricht behandelten Herausforderungen der Parteiendemokratie sowie aktuelle Themen wie den Russland-Ukraine-Krieg oder die Eskalation im Nahen Osten zu diskutieren.<\/p>\n<p><strong>Ein ganz herzliches Dankesch\u00f6n gilt dem Wetteraukreis f\u00fcr die finanzielle Unterst\u00fctzung der von Sch\u00fclern und Lehrern \u00fcberaus wertgesch\u00e4tzten Studienfahrt gegen das Vergessen \u2013 f\u00fcr Demokratie und Toleranz, die auch 2024 wieder durchgef\u00fchrt werden soll. Ein weiteres Dankesch\u00f6n geb\u00fchrt Herrn MdB Peter Heidt sowie der Wahlkreisreferentin Sylvia Patzak, die uns durch ihr Engagement und Entgegenkommen den Besuch im Deutschen Bundestag erm\u00f6glicht haben.<\/strong> (ZAS, B\u00d6K, ZIM)<\/p>\n<p>Ein Klick auf das Bild \u00f6ffnet die Galerie.<\/p>\n<div class=\"gdl-gallery-image shortcode\"><a data-rel=\"fancybox\" data-fancybox-group=\"gal0\" href=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/6-1.jpeg\" title=\"\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/6-1-520x340.jpeg\" alt=\"\" \/><\/a><a data-rel=\"fancybox\" data-fancybox-group=\"gal0\" href=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/2-1.jpeg\"  title=\"\"><\/a><a data-rel=\"fancybox\" data-fancybox-group=\"gal0\" href=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/IMG_9823.jpg\"  title=\"\"><\/a><a data-rel=\"fancybox\" data-fancybox-group=\"gal0\" href=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/IMG_9810.jpg\"  title=\"\"><\/a><a data-rel=\"fancybox\" data-fancybox-group=\"gal0\" href=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/Q1-Berlin0002.jpg\"  title=\"\"><\/a><a data-rel=\"fancybox\" data-fancybox-group=\"gal0\" href=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/5.jpeg\"  title=\"\"><\/a><a data-rel=\"fancybox\" data-fancybox-group=\"gal0\" href=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/Zeitung-k.jpg\"  title=\"\"><\/a><a data-rel=\"fancybox\" data-fancybox-group=\"gal0\" href=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/3.jpeg\"  title=\"\"><\/a><a data-rel=\"fancybox\" data-fancybox-group=\"gal0\" href=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/6-1.jpeg\"  title=\"\"><\/a><a data-rel=\"fancybox\" data-fancybox-group=\"gal0\" href=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/IMG_9885.jpg\"  title=\"\"><\/a><a data-rel=\"fancybox\" data-fancybox-group=\"gal0\" href=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/Q1-Berlin0000-rotated.jpg\"  title=\"\"><\/a><a data-rel=\"fancybox\" data-fancybox-group=\"gal0\" href=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/Q1-Berlin0003.jpg\"  title=\"\"><\/a><a data-rel=\"fancybox\" data-fancybox-group=\"gal0\" href=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/Q1-Berlin0003-k.jpg\"  title=\"\"><\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00f6lfersheim\/Berlin. 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Am zweiten Tag besuchte ein Teil der Gruppe die Ausstellung \u201eTopografie des Terrors\u201c, ein seit 1987 bestehendes Projekt in Berlin-Kreuzberg zur Dokumentation und Aufarbeitung des Terrors im nationalsozialistischen Deutschland, und die Gedenkst\u00e4tte Deutscher Widerstand. Hier setzten sich die interessierten Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler beispielsweise mit dem Widerstand von Jugendgruppen zur NS-Zeit auseinander, die ihr Recht auf Unabh\u00e4ngigkeit und Selbstbestimmung au\u00dferhalb der \u201eHitler-Jugend\u201c verteidigten. Edelwei\u00dfpiraten in K\u00f6ln, Leipziger Meuten oder Hamburger Swing-Jugendliche widersetzten sich dem Zwang der Diktatur durch ihren Lebensstil. Viele von ihnen bezahlten dies mit ihrem Leben. Der Geschichtsleistungskurs von Herrn Kl\u00e4hn absolvierte stattdessen ein f\u00fcnfst\u00fcndiges Seminar in der Gedenk- und Bildungsst\u00e4tte \u201eHaus der Wannsee-Konferenz\u201c. In der von 1941 bis 1945 als G\u00e4ste- und Erholungsheim der SS genutzten Villa am Gro\u00dfen Wannsee fand am 20. Januar 1942 die heute als \u201eWannsee-Konferenz\u201c bezeichnete Besprechung zur \u201eEndl\u00f6sung der Judenfrage&#8220; statt, die von SS-Obergruppenf\u00fchrer Reinhard Heydrich geleitet wurde und auf der die systematische Vernichtung aller in Europa lebenden Juden beschlossen und verwaltungstechnisch geregelt wurde. Auch am Dienstag setzten sich die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler mit dem Thema Nationalsozialismus und Holocaust auseinander und erkundeten in Kleingruppen die Gedenkst\u00e4tte und das Museum Sachsenhausen in Oranienburg, die beide an das ehemalige Konzentrationslager Sachsenhausen erinnern und als Mahnmal gegen nationalsozialistische Verbrechen dienen. Der darauffolgende Tag stand ganz unter dem Motto \u201eFreiheit\u201c. Die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler berichteten nach ihrem Besuch in der Gedenkst\u00e4tte Berlin-Hohensch\u00f6nhausen, dass sie die Erkenntnis gewonnen haben, wie wertvoll Freiheit ist und dass es \u00fcberaus wichtig ist, daf\u00fcr zu k\u00e4mpfen. Besonders beeindruckt zeigten sie sich von den Zeitzeugen, ehemaligen Insassen des Untersuchungsgef\u00e4ngnisses der Staatssicherheit (MfS), die die Sch\u00fcler in Gruppen \u00fcber das Gel\u00e4nde f\u00fchrten. Die emotionalen Geschichten bewegten die Jugendlichen tief, und auch ihre Aufrufe, sich selbst f\u00fcr Recht und Freiheit einzusetzen, fanden Geh\u00f6r. Der PoWi-Leistungskurs nahm gemeinsam mit Kunstlehrerin Diana Gerlinger an einem Kunstworkshop mit dem ehemals in Hohensch\u00f6nhausen inhaftierten K\u00fcnstler Gino Kuhn teil und verarbeitete auf k\u00fcnstlerischem Wege die vor Ort gewonnenen Eindr\u00fccke und Emotionen. Nachmittags erkundeten einige Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler im Rahmen des Workshops \u201eFotografische Spurensuche\u201c in der Gedenkst\u00e4tte Berliner Mauer die Tatorte, an denen Mauerfl\u00fcchtlinge starben. In dem Workshop \u201eQuellenarbeit\u201c erfuhren andere, weshalb und auf welchen Wegen Menschen aus der DDR fl\u00fcchteten. Am Donnerstag besuchte die Sch\u00fclergruppe zun\u00e4chst die Studios Berlin Adlershof, wo sie an einer F\u00fchrung durch die Produktionsst\u00e4tten von Politsendungen wie \u201eHart aber fair&#8220; oder \u201eLate Night Berlin&#8220; teilnahmen. Am Abend verfolgten die Teilnehmer des Berlinseminars dann eine spannende Plenarsitzung des Deutschen Bundestages und f\u00fchrten im Anschluss noch ein informatives Gespr\u00e4ch mit dem Wetterauer Bundestagsabgeordneten Peter Heidt (FDP), dem Sprecher f\u00fcr Menschenrechte und humanit\u00e4re Hilfe der FDP-Bundestagsfraktion. Insbesondere die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler des Politik-Leistungskurses nutzten die Gelegenheit, vor dem abschlie\u00dfenden Kuppelbesuch mit Heidt \u00fcber die im Unterricht behandelten Herausforderungen der Parteiendemokratie sowie aktuelle Themen wie den Russland-Ukraine-Krieg oder die Eskalation im Nahen Osten zu diskutieren. Ein ganz herzliches Dankesch\u00f6n gilt dem Wetteraukreis f\u00fcr die finanzielle Unterst\u00fctzung der von Sch\u00fclern und Lehrern \u00fcberaus wertgesch\u00e4tzten Studienfahrt gegen das Vergessen \u2013 f\u00fcr Demokratie und Toleranz, die auch 2024 wieder durchgef\u00fchrt werden soll. Ein weiteres Dankesch\u00f6n geb\u00fchrt Herrn MdB Peter Heidt sowie der Wahlkreisreferentin Sylvia Patzak, die uns durch ihr Engagement und Entgegenkommen den Besuch im Deutschen Bundestag erm\u00f6glicht haben. 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