{"id":10060,"date":"2017-11-27T11:24:43","date_gmt":"2017-11-27T10:24:43","guid":{"rendered":"http:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/?p=10060"},"modified":"2017-11-27T11:25:16","modified_gmt":"2017-11-27T10:25:16","slug":"10g2-besucht-zeitzeugengespraech-in-friedberg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/?p=10060","title":{"rendered":"10G2 besucht Zeitzeugengespr\u00e4ch in Friedberg"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-10061 aligncenter\" src=\"http:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/zeitzeugen-k.jpg\" alt=\"\" width=\"618\" height=\"412\" srcset=\"https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/zeitzeugen-k.jpg 618w, https:\/\/singbergschule-woelfersheim.de\/wp-content\/uploads\/zeitzeugen-k-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 618px) 100vw, 618px\" \/><\/p>\n<p>Gemeinsam mit Frau Wagner besuchte die Klasse 10G2 im Rahmen des Geschichtsunterrichts ein Zeitzeugengespr\u00e4ch zur ,,Gedenkveranstaltung zum 79. Jahrestag der Reichsprogromnacht&#8220; am 9.11.2017 in Friedberg.<\/p>\n<p>Andrei Dorobantu, der am 23. Juni 1933 in Oradea im Norden Siebenb\u00fcrgens (heute Rum\u00e4nien) geboren wurde, erz\u00e4hlte \u00fcber das Leben w\u00e4hrend des Holocaust. Er erz\u00e4hlte, dass er als Kind oft Ausgrenzung und Diskriminierung erleben musste und seine Eltern immer der Gefahr einer Deportation ausgesetzt waren. Sein Vater war Jude, er wurde bereits 1940 aus seinem Beruf entlassen, seine Mutter war Christin.<\/p>\n<p>Am 19. M\u00e4rz 1944 wurde Ungarn von deutschen Truppen besetzt. Im April 1944 mussten Juden gelbe Sterne tragen, welche als Unterscheidungszeichen dienten. Sein Vater hat keinen gelben Stern getragen, obwohl er Jude war. Es wurde ein Ghetto eingerichtet, in dem auch Andreis Gro\u00dfmutter und Tante v\u00e4terlicherseits leben mussten. Andrei wurde bei seiner Gro\u00dfmutter m\u00fctterlicherseits, die Christin war, am Rande der Stadt untergebracht.<\/p>\n<p>Am 27. Mai 1944 fand die erste Deportation statt. Der Zug brachte die Menschen an eine ihnen unbekannte Endstation. Die Menschen wurden nach Auschwitz gebracht, wo auch die Gro\u00dfmutter und die Tante von Andrei Dorobantu get\u00f6tet wurden.<\/p>\n<p>Herr Dorobantu und zwei weitere Menschen sind w\u00e4hrend der Deportationen in Uragia geblieben und haben \u00fcberlebt. \u201eMeine Eltern haben mir gefehlt, denn ich wusste nicht, was mit ihnen passiert war.&#8220;<\/p>\n<p>\u201eIch finde es beeindruckend, dass Deutschland diese schlimme Zeit \u00fcberwinden will und gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit k\u00e4mpft. Menschen m\u00fcssen sich mit Respekt begegnen und friedlich miteinander leben k\u00f6nnen. \u00dcber meine Erlebnisse zu sprechen ist notwendig, damit Menschen erfahren, was fr\u00fcher passiert ist, damit sich so etwas nicht wiederholt. Wir m\u00fcssen aktiv sein. Jeder Mensch ist wertvoll&#8220;, sagte er zu den jungen Zuh\u00f6rern, \u201eIch war in meinem Leben schon immer optimistisch. Ich habe so viel erlebt und immer gehofft, dass ich befreit werde.\u201c<\/p>\n<p>Nach diesem emotionalen Gespr\u00e4ch, bedankte sich die Klasse noch bei Andrei Dorobantu, ehe gegen 12:30 Uhr die Heimreise nach W\u00f6lfersheim angetreten wurde.<\/p>\n<p>Die Klasse ist froh dar\u00fcber, dass sie diese ergreifende Erfahrung machen durfte und hofft, noch weitere Zeitzeugengespr\u00e4che f\u00fchren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Bericht verfasst von Emely und Louise<\/p>\n<p>Klasse 10G2<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gemeinsam mit Frau Wagner besuchte die Klasse 10G2 im Rahmen des Geschichtsunterrichts ein Zeitzeugengespr\u00e4ch zur ,,Gedenkveranstaltung zum 79. Jahrestag der Reichsprogromnacht&#8220; am 9.11.2017 in Friedberg. Andrei Dorobantu, der am 23. Juni 1933 in Oradea im Norden Siebenb\u00fcrgens (heute Rum\u00e4nien) geboren wurde, erz\u00e4hlte \u00fcber das Leben w\u00e4hrend des Holocaust. Er erz\u00e4hlte, dass er als Kind oft Ausgrenzung und Diskriminierung erleben musste und seine Eltern immer der Gefahr einer Deportation ausgesetzt waren. Sein Vater war Jude, er wurde bereits 1940 aus seinem Beruf entlassen, seine Mutter war Christin. Am 19. M\u00e4rz 1944 wurde Ungarn von deutschen Truppen besetzt. Im April 1944 mussten Juden gelbe Sterne tragen, welche als Unterscheidungszeichen dienten. Sein Vater hat keinen gelben Stern getragen, obwohl er Jude war. Es wurde ein Ghetto eingerichtet, in dem auch Andreis Gro\u00dfmutter und Tante v\u00e4terlicherseits leben mussten. Andrei wurde bei seiner Gro\u00dfmutter m\u00fctterlicherseits, die Christin war, am Rande der Stadt untergebracht. Am 27. Mai 1944 fand die erste Deportation statt. Der Zug brachte die Menschen an eine ihnen unbekannte Endstation. Die Menschen wurden nach Auschwitz gebracht, wo auch die Gro\u00dfmutter und die Tante von Andrei Dorobantu get\u00f6tet wurden. Herr Dorobantu und zwei weitere Menschen sind w\u00e4hrend der Deportationen in Uragia geblieben und haben \u00fcberlebt. \u201eMeine Eltern haben mir gefehlt, denn ich wusste nicht, was mit ihnen passiert war.&#8220; \u201eIch finde es beeindruckend, dass Deutschland diese schlimme Zeit \u00fcberwinden will und gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit k\u00e4mpft. Menschen m\u00fcssen sich mit Respekt begegnen und friedlich miteinander leben k\u00f6nnen. \u00dcber meine Erlebnisse zu sprechen ist notwendig, damit Menschen erfahren, was fr\u00fcher passiert ist, damit sich so etwas nicht wiederholt. Wir m\u00fcssen aktiv sein. Jeder Mensch ist wertvoll&#8220;, sagte er zu den jungen Zuh\u00f6rern, \u201eIch war in meinem Leben schon immer optimistisch. Ich habe so viel erlebt und immer gehofft, dass ich befreit werde.\u201c Nach diesem emotionalen Gespr\u00e4ch, bedankte sich die Klasse noch bei Andrei Dorobantu, ehe gegen 12:30 Uhr die Heimreise nach W\u00f6lfersheim angetreten wurde. Die Klasse ist froh dar\u00fcber, dass sie diese ergreifende Erfahrung machen durfte und hofft, noch weitere Zeitzeugengespr\u00e4che f\u00fchren zu k\u00f6nnen. 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